Mit rund 70 000 erreiche die Zahl der Verbraucherinsolvenzen zum Jahresende ein neues Rekordniveau, sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU), Stephan Jender, gestern in Berlin.
Ursache sei auch, dass jetzt immer mehr Menschen von der Möglichkeit Gebrauch machten, privat Insolvenz anzumelden und sich durch ein gerichtliches Verfahren zu entschulden. Das ist seit der 1999 in Kraft getretenen Insolvenzordnung möglich. "Die Rekordjagd ist noch nicht beendet", betonte BDIU-Sprecher Wolfgang Spitz. Bei mehr als drei Millionen überschuldeten Haushalten in Deutschland rechne er für nächstes Jahr mit noch mehr Anträgen. 2004 hatte es noch rund 49 000 Verbraucherinsolvenzen gegeben. Für seine Prognose befragte der Verband 516 Mitgliedsunternehmen. 55 Prozent gaben an, die privaten Schuldner zahlten ihre Rechnungen jetzt noch schlechter als vor einem halben Jahr. Der Verband forderte, die Möglichkeiten für Gläubiger und Schuldner zu verbessern, sich außergerichtlich zu einigen. Dann bliebe die Staatskasse seltener auf den Verfahrenskosten sitzen. Derzeit koste dies 200 Millionen Euro im Jahr. (dpa/ksi)