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| 18:07 Uhr

Regionale Wirtschaft ist solide aufgestellt

Die Baubranche steht gut da – vor allem dank privater Aufträge.
Die Baubranche steht gut da – vor allem dank privater Aufträge. FOTO: dpa
Cottbus. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus hat 1500 Unternehmen in Südbrandenburg zu ihrer Geschäftslage und ihren Erwartungen befragt. Fast 90 Prozent der Firmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sehen sich derzeit zufriedenstellend oder sogar gut aufgestellt. Nicole Nocon

Die aktuelle Konjunkturumfrage zeichnet ein solides Bild der Wirtschaftsregion Lausitz. "Die Südbrandenburger Wirtschaft zeigt sich im Frühjahr 2013 weiterhin robust. In allen Wirtschaftsbereichen überwiegen die positiven gegenüber den negativen Einschätzungen. 37 Prozent der Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage - bei allerdings nachlassender Dynamik", erklärt Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der Cottbuser IHK.

Die Stützen der Brandenburger Wirtschaft sind nach wie vor das verarbeitende und dienstleistende Gewerbe. Laut Umfrage beurteilen 46 Prozent der Dienstleister und 35 Prozent der verarbeitenden Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut.

Daneben berichten aber auch 35 Prozent der Baubetriebe - trotz des langanhaltenden Winters - von einem positiven Geschäftsverlauf in den vergangenen Monaten. Gerade im privaten Bau registriert die Branche dank niedriger Finanzierungszinsen eine steigende Nachfrage, während ein spürbarer Rückgang der Aufträge aus öffentlicher Hand die Geschäftsaussichten der Bauunternehmer eher trübt.

Während das positive Konsumklima bundesweit den Händlern gute Umsätze beschert, verzeichnen sowohl die Einzel- als auch die Großhändler in Südbrandenburg derzeit Nachfragerückgänge. Die IHK Cottbus geht davon aus, dass der lange Winter den Konsum gedämpft hat.

Laut Wolfgang Krüger könnte die gute Auftragslage des Baugewerbes aber auch dafür sprechen, dass die Südbrandenburger ihr Geld eher für Bau- und Modernisierungsvorhaben ausgeben als für Konsumgüter. Die Zahl der Händler, die ihre Geschäftserwartungen als ungünstiger einschätzen als im Vorjahr, ist jedenfalls von 23 auf 27 Prozent gestiegen. "Viele gehen davon aus, dass die derzeit hohen Energie- und Lebenshaltungskosten die Konsumenten zur Zurückhaltung zwingen", sagt Susanne Kwapulinski, IHK-Referentin für Volkswirtschaft.

Ein auffälliges Ergebnis der Frühjahrs-Konjunkturumfrage ist außerdem, dass im Kammerbezirk Cottbus gerade bei den Unternehmen im Berliner Speckgürtel sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch ihre Erwartungen wesentlich schlechter ausfallen als im Vorjahr. "Das Flughafenproblem schlägt den Firmen gewaltig auf die Stimmung, und das quer durch alle Branchen. Das Fehlen eines verlässlichen Eröffnungstermins macht den Unternehmern das Planen unmöglich", beklagt Krüger.

Auch wenn hohe Energie- und Kraftstoffpreise sowie die rückgängige Inlandsnachfrage die regionale Wirtschaft belasten, rechnet die IHK im Verlauf des Jahres 2013 doch mit einem leichten Wachstum. "Immerhin erwarten 80 Prozent der Unternehmen bessere beziehungsweise gleichbleibende Geschäfte", sagt der Cottbuser IHK-Hauptgeschäftsführer. Erfreulich sei auch der Innovationswille der Südbrandenburger Unternehmen. 28 Prozent haben bei der Konjunkturumfrage angegeben, ihrer Aktivitäten in diesem Bereich erhöht zu haben. Kritisch sieht Krüger, dass nur 28 Prozent der Firmen Kenntnis über die vom Land verfolgte Innovationsstrategie haben: "Hier stellt sich die Frage, inwieweit die Potsdamer Politik die Betroffenen überhaupt erreicht."