Oktober vereine der bisherige Kraftwerksbauer Steag alle seine deutschen Energieaktivitäten und werde mit einem Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro fünftgrößter deutscher Energiekonzern, sagte ein RAG-Sprecher gestern in Essen.
Die Steag verantwortet künftig die RAG-Geschäftsbereiche deutsche Kraftwerke, Ferngas, Fernwärme und Energiedienstleistungen. Zu den fünf RAG-Säulen zählen nun die Chemie, der Bergbau, das internationale Kohlegeschäft, die Immobilien und die Energiesparte. Insgesamt beschäftigt der Konzern 100 000 Mitarbeiter und setzt 20 Milliarden Euro jährlich um.
Das Energiegeschäft fasst RAG zum Teil in der neuen Tochter Saar Energie AG unter strategischer Führung der Steag zusammen. An der Steag kann zudem der Versorger RWE (Essen), der Strom von Steag-Kohlekraftwerken bezieht, als Option einen größeren Anteil erhalten. Die Tochter RAG Saarberg wird aufgelöst. Die neue Saar Energie AG mit 1900 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 250 Millionen Euro wird ihren Sitz in Saarbrücken haben.
Die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie hat die Neustrukturierung begrüßt. Es würden keine Arbeitsplätze verloren gehen, erklärte sie. Im Zuge des Erhalts von 10 000 Arbeitsplätzen im Saarland, den Bergbau eingeschlossen, verlangt die RAG einem Zeitungsbericht zufolge als Gegenleistung Steinkohle-Subventionen von der Landesregierung. Ministerpräsident Peter Müller habe bei einem Telefonat mit RAG-Chef Werner Müller den Abschluss eines Rahmenabkommens über die Sicherung der rund 10 000 Jobs an der Saar gefordert, berichtete die "Financial Times Deutschland". Der RAG-Chef habe im Gegenzug auf eine Landesbeteiligung an den Subventionen gepocht. Das Saarland war Ende der 90er-Jahre aus der Steinkohle-Finanzierung ausgestiegen. (dpa/rb)