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| 01:04 Uhr

RAG macht sich fit für den Börsengang

Düsseldorf/Essen.. Der Essener RAG-Konzern erwägt einen Teilverkauf des Chemiespezialisten Degussa, um sich für den geplanten Börsengang fit zu machen.

Die Sparte Bauchemie könnte abgegeben und mit den Erlösen der Erwerb des restlichen Anteilspakets an der Chemietochter finanziert werden, hieß es gestern in Branchenkreisen.
Der Energieriese Eon hält 43 Prozent an Degussa und möchte die Beteiligung 2006 veräußern. Vorstandschef Wulf Bernotat hatte den Eon-Aktionären bereits versprochen, in dem Fall eine Sonderdividende auszuschütten.
Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" gibt es erste Überlegungen, sich von der Bauchemie zu trennen. Große Teile dieses Bereichs sind im bayerischen Trostberg angesiedelt. Auch ein kompletter Verkauf der Degussa sei nicht ausgeschlossen. Eine Sprecherin des RAG-Konzerns wollte den Bericht nicht kommentieren. Auch Degussa äußerte sich vage: Der Verkauf der Bauchemie im Rahmen des Programms "Strategie & Organisation" zur Verbesserung der Rentabilität sei nie ein Thema gewesen.
Das Unternehmen bestätigte aber indirekt weitere Angaben des Blatts, dass die Struktur des Konzerns vereinfacht werden soll. Im Rahmen dieses Programms seien Anpassungen in der Organisationsstruktur sowie Änderungen in der Zusammensetzung von Geschäften zu erwarten, teilte Degussa mit. Dabei ginge es auch um die Fragestellung, wo die künftigen Wachstumstreiber der Degussa liegen.
Als eine Kernsparte sieht die Degussa die Bauchemie, die im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Euro erwirtschaftete. Das Düsseldorfer Unternehmen will nach Angaben aus Unternehmenskreisen an diesem Geschäft unbedingt festhalten. Konzernchef Utz-Hellmuth Felcht hatte bei den Vorlage der Neun-Monatszahlen unlängst die Bauchemie als Wachstumsbereich bezeichnet, in welchem Degussa Markt- und Technologieführer sei.
Im vergangenen Jahr hatte die RAG-Tochter mit 45 000 Beschäftigten weltweit einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro erzielt. Erhebliche Wertberichtigungen in der Feinchemie werden in diesem Geschäftsjahr die Bilanz des Unternehmens erheblich belasten. Nach Angaben des Konzernchefs wird Degussa 2005 durch diesen Sondereffekt mit 450 Millionen Euro nach Steuern tief in die roten Zahlen abrutschen. (dpa/maf)