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Starke Bilanz
Puma setzt erstmals mehr als vier Milliarden Euro um

FOTO: rtr, FW1/Keith Weir
Beim Sportartikelhersteller Puma soll sich nach dem Teilausstieg des Mehrheitsaktionärs Kering nicht viel ändern. "Puma muss weiter wachsen, wir müssen liefern, was wir versprochen haben", sagte Vorstandschef Björn Gulden auf der Bilanzpressekonferenz am Montag in Herzogenaurach.

Der französische Luxusartikelkonzern ("Gucci", "Yves Saint Laurent") sei nie ein Hindernis gewesen. Nur die - zumeist vergebliche - Suche nach Synergieeffekten mit anderen Kering-Marken falle nun weg. Seine Strategie für die Nummer drei auf dem weltweiten Sportmarkt will Gulden am 20. März erläutern. Der ehemalige Fußball-Profi aus Norwegen liebäugelt mit einem Wiedereinstieg in das Geschäft mit US-Sportarten wie Baseball, Basketball und American Football. Das sei nötig, um in den USA erfolgreich zu sein. Für das laufende Jahr sagt Puma - wechselkursbereinigt - ein Umsatzwachstum um mindestens zehn Prozent voraus. "Das ist ein guter Startpunkt", gab sich Gulden vorsichtig. Der starke Euro bläst dem Konzern ins Gesicht. Finanzvorstand Michael Lämmermann hofft aber, dass der Effekt im Jahresverlauf wieder nachlässt. Im vergangenen Jahr war der Umsatz um 14 Prozent gewachsen, ohne Währungsschwankungen wären es sogar 16 Prozent gewesen. Mit 4,14 Milliarden Euro setzte Puma erstmals mehr als vier Milliarden um.

"2017 war das Jahr, in dem wir Schwung geholt haben", sagte Gulden. Er hatte Puma in den vergangenen fünf Jahren bei jungen Kunden wieder zur angesagten Marke gemacht, mit Werbeträgern wie der Popsängerin Rihanna und dem Sprinter Usain Bolt. Das zahlt sich nun aus: der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) verdoppelte sich fast auf 245 (128) Millionen Euro. Er lag damit am oberen Rand der - mehrfach nach oben geschraubten - eigenen Erwartungen. Bei einer steigenden Brutto-Marge erwartet Puma 2018 einen erneuten Gewinnsprung um bis zu ein Drittel: Dann sollen 305 bis 325 Millionen Euro als Ebit zu Buche stehen. Rückenwind soll - wie bei den großen Rivalen Nike und Adidas - die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland bringen. Dabei hat Puma nur drei der 32 Nationalmannschaften unter Vertrag, nachdem sich sein Aushängeschild Italien nicht qualifiziert hat. Zu Uruguay und der Schweiz kam vergangene Woche der Senegal hinzu, "und wir haben noch eine oder zwei Optionen", sagte Gulden.

Er verteidigte die Dividende von 12,50 Euro je Aktie, die Puma für 2017 ausschüttet - mehr als den Nettogewinn von 136 (62) Millionen Euro. 160 Millionen Euro bekommt allein Kering quasi als Abschiedsgeschenk. "Wir hatten einen sehr geduldigen Aktionär", sagte Gulden. "Es ist nur fair, etwas zurückzugeben, wenn die Zeiten besser sind." Hoffnungen auf Synergien mit den anderen Kering-Marken hatten sich aber nie erfüllt. Mehr als 75 Cent hatte Puma zuletzt vor sechs Jahren ausgeschüttet. Kering hat angekündigt, den Großteil seines Puma-Pakets von 86 Prozent an die eigenen Aktionäre weiterzureichen. Größter Anteilseigner wird damit die französische Unternehmerfamilie Pinault mit 29 Prozent. Sie sehe sich als langfristiger Aktionär, sagte Gulden. Kering behält 16 Prozent.

(felt)