„Alle Pendler und Transportunternehmer stöhnen unter weiter steigenden Kraftstoffpreisen“ , heißt es in einer gestern herausgegebenen Cebra-Erklärung. Bislang könnten viele Bürger und auch Spediteure noch auf Biodiesel ausweichen.
Das Cebra hatte zudem begonnen, zusammen mit Partnern in Brandenburg ein Netz von Bioethanol-Tankstellen aufzubauen. „Jetzt droht Gefahr aus Berlin“ , warnt das Cebra und rief gestern anlässlich eines bundesweiten Expertentreffens der Branche in Cottbus alle Bürger zur Teilnahme an einer Demonstration des Bundesverbandes Biokraftstoffe am 10. Mai um 13 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin auf.
Das Cebra erinnert daran, dass der Durchschnittspreis für einen Liter Benzin 2003 noch bei 1,095 Euro lag, der von Diesel bei 0,888 Euro. Ende 2005 waren es schon 1,285 beziehungsweise 1,12 Euro. Ein Liter Bioethanol kostet derzeit zumeist weniger als 0,90 Euro, ein Liter Biodiesel etwa 0,95 Euro.
Das Centrum befürchtet, dass die geplante Besteuerung des Biodiesels mit zehn Cent je Liter und des Pflanzenöls mit 15 Cent pro Liter - Bioethanol spielt in Deutschland bisher kaum eine Rolle - die Zukunft von Biosprit als Reinkraftstoff „per Gesetz beendet“ . Dagegen bliebe die von der EU vorgeschriebene rund fünfprozentige Beimischung von Biodiesel zu mineralischem Diesel und von Bioethanol zu Benzin erhalten. Sie biete aber Bürgern und Unternehmen keinerlei preislichen Vorteil. In Beimischungen soll Biodiesel mit 15 Cent pro Liter versteuert werden.
Die Bundesregierung reagiert mit ihrem Gesetzentwurf auf eine von der EU kritisierte „Überförderung“ der Biokraftstoffe. Das Cebra hält die Förderung aber nicht für zu hoch und maximal eine Steuer im Umfang von fünf Cent pro Liter für angemessen.
(Eig. Ber./rb)