Den Firmen verschafft diese spezielle Beratung wenigstens das Image, eine gewisse Fürsorge für die Mitarbeiter zu empfinden. Für die Geschassten erhöht sich die Chance auf eine Wiederanstellung.

Fast 30 Spezialagenturen
Die Chancen auf eine Wiederanstellung hängen jedoch stark vom vereinbarten Service zwischen den Unternehmen und den Outplacementberatern ab. Durch den Zustrom steigerten die knapp 30 Spezialagenturen ihren Umsatz nach Schätzung des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) um 20 Prozent auf 60 Millionen Euro. Da das Ende der Konjunkturflaute noch nicht in Sicht ist, dürfte es bei den "Rausschmissbegleitern" in diesem Jahr noch besser aussehen.
Der Baustoffhersteller Dyckerhoff setzte die spezialisierten Berater wiederholt ein. "Sobald ganze Gruppen betroffen sind, ist Outplacement sinnvoll", ist Personaldirektor Richard Schulze überzeugt.
Auch Betriebsräte befürworten den Einsatz der Vermittler. "Dadurch denkt man viel strukturierter anhand der Marktrealitäten darüber nach, wo es neue Beschäftigungsmöglichkeiten gibt", begründet die stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Dresdner Bank, Claudia Eg-gert-Lehmann. Die IG Metall schränkt ein, es müssten aber konkrete Erfolgskriterien wie etwa der Zeitraum bis zur Erreichung einer neuen beruflichen Perspektive fixiert werden.
Die Arbeitnehmervertreter sehen mehrere Vorteile. Die Trennungsberater greifen noch in der Kündigungsphase ein und helfen bei der Verarbeitung des Schocks. "Eine Kündigung ist eine verflucht einsame Angelegenheit", sagt Herbert Mühlenhoff, geschäftsführender Gesellschafter von Mühlenhoff+Partner. Seine Agentur gehört zu den größten Drei hier zu Lande. Der Aufbau des zerstörten Selbstwertgefühls erhöht dann die Motivation für die Neuorientierung. Bei der Bewerbungsphase unterstützen die Agenturen durch Workshops und persönliche Gespräche. Das kostet die Unternehmen 1500 bis 3000 Euro pro Kopf.
Führungskräfte erhalten eine individuelle Rundum-Sorglos-Betreuung. So lange, bis sie einen neuen Arbeitsplatz gefunden haben - inklusive einer Wiederaufnahmegarantie, wenn es mit dem neuen Chef nicht klappt. Dieser Service kostet das ehemalige Unternehmen zehn bis 22 Prozent des Jahreseinkommens.

Kündigungsprozess vom Tisch
Auch für das Unternehmen hat der Beratereinsatz Vorteile. Ein langwieriger und teurer Kündigungsprozess könne vermieden werden. "Es fördert aber auch die Motivation bei der Belegschaft", hebt der Gründer der Wiesbadener Interaction Consulting, Wolfgang Fritz, hervor. Zudem poliert es den Ruf in der Öffentlichkeit auf. Schließlich muss in besseren Zeiten wieder Personal eingestellt werden.