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Postbank-Beschäftigte zittern um ihre Jobs

Nichts gebracht haben bislang die Proteste der Postbank-Beschäftigten.
Nichts gebracht haben bislang die Proteste der Postbank-Beschäftigten. FOTO: dpa
Bonn. Die Postbank steht erneut vor einer Zäsur: Nachdem erst der Bund, dann die Post und seit einigen Jahren die Deutsche Bank das Sagen in dem Institut hat, droht jetzt ein weiterer Eigentümerwechsel. Die Beschäftigten bangen um die Zukunft. dpa/sm

Auf die Deutsche Bank sind viele Beschäftigte der Postbank derzeit nicht gut zu sprechen. Die noch unklare Strategie der Muttergesellschaft über die Zukunft ihres Privatkundengeschäfts und der Bonner Tochterfirma hat unter den Mitarbeitern Sorgen um ihre Jobs ausgelöst. Und alles wird zusätzlich angeheizt durch Spekulationen über Verkauf, Teilverkauf oder eine Abgabe der Postbankanteile über die Börse.

"Die Stimmung ist mies", fasst ein Gewerkschafter die derzeitige Gemütsverfassung vieler Angestellter der Postbank zusammen. Am Freitag sollen bei einer Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank die Würfel fallen. Dann soll klar werden, welchen Weg das Geldhaus künftig einschlägt.

Was den Postbankmitarbeitern besonders aufstößt, sind die zähen und ergebnislosen Verhandlungen des Postmanagements und der Gewerkschaft Verdi über eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis 2020. Neben einer Gehaltsaufbesserung um 5,5 Prozent ist das die zentrale Forderung der Gewerkschaft.

Mit Warnstreiks hatte diese immer wieder versucht, Druck von außen aufzubauen. Auch ein Spitzentreffen mit Vorständen der Deutschen Bank und Postbank blieb ohne Ergebnis. Daraufhin erklärte Verdi die Gespräche für gescheitert, die Beschäftigten votierten in einer Urabstimmung für einen Erzwingungsstreik. Es ist der erste massive Arbeitskampf in der Geschichte der Postbank.

Dass sich die Postbankmanager so hartnäckig weigern, sich auf einen Kündigungsschutz bis 2020 für die knapp 9000 Beschäftigten einzulassen, ist für Verdi ohnehin ein klares Indiz, dass bei der Bank einiges im Busch ist. Der Kündigungsschutz sei über viele Jahre tarifvertraglich geregelt worden. "Aber jetzt wird er uns unverständlicherweise verweigert", empört sich Gerd Tausendfreund von Verdi. Durften die Postbankmanager möglicherweise gar nicht über dieses Thema verhandeln? Es hört sich fast so an, wenn man den knappen Spruch aus der Postbank-Zentrale hört: Das Unternehmen könne keinen Kündigungsschutz vereinbaren.

Sollte die Bank also verkauft werden, würde eine solche Vereinbarung tatsächlich den Kaufpreis drücken.