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| 09:33 Uhr

Bonn
Post: Warenversand wird für Privatkunden teurer

Bonn. Vor zehn Tagen kündigte Postchef Frank Appel an, die schrumpfenden Gewinne im deutschen Paket- und Briefgeschäft durch steigende Preise auszugleichen. Jetzt macht er Ernst: Der Bonner Konzern erhöht zum 1. Juli die Tarife für den Versand von Büchern und Waren. Der Preis für den Versand eines Buches bis 500 Gramm Gewicht steigt um 20 Cent auf 1,20 Euro. Eine große Büchersendung bis zu einem Kilo Gewicht kostet dann 1,70 (bisher 1,65 Euro). Der Preis für eine kleine Warensendung (bis 50 Gramm) springt von 90 Cent auf 1,30 Euro - das ist ein Plus von 45 Prozent. Reinhard Kowalewsky

Vor zehn Tagen kündigte Postchef Frank Appel an, die schrumpfenden Gewinne im deutschen Paket- und Briefgeschäft durch steigende Preise auszugleichen. Jetzt macht er Ernst: Der Bonner Konzern erhöht zum 1. Juli die Tarife für den Versand von Büchern und Waren. Der Preis für den Versand eines Buches bis 500 Gramm Gewicht steigt um 20 Cent auf 1,20 Euro. Eine große Büchersendung bis zu einem Kilo Gewicht kostet dann 1,70 (bisher 1,65 Euro). Der Preis für eine kleine Warensendung (bis 50 Gramm) springt von 90 Cent auf 1,30 Euro - das ist ein Plus von 45 Prozent.

Die Post erhöht auch den Preis für große Warensendungen bis 500 Gramm von 1,90 Euro auf 2,20 Euro, doch in diesem Bereich gibt es eine Sonderregelung für Geschäftskunden. Für sie steigt der Mengenrabatt um 30 Cent pro Stück. Eine Firma, die 15.000 solcher Warenbriefe in einem Monat abgibt, erhält 55 Cent Rabatt pro Brief - damit kostet der Versand nur 1,75 Euro pro Stück. "So werden umsatzstarke Kunden gezielt gebunden", sagt der Essener Logistikberater Detlef Symanski, "Privatkunden kommen dagegen weniger gut weg." Die Post begründet die Rabatte auch mit niedrigeren Kosten, wenn eine Firma viele (online bestellte) Warenbriefe gemeinsam abgibt.

Der Konzern erklärt die neuen Tarife mit insgesamt steigenden Preisen. Eine große Rolle spielt, dass der Gewinn im Bereich Post/Paket im vergangenen Quartal um zehn Prozent auf 380 Millionen Euro gesunken ist. "Gerade die Personalkosten legen bei der Post zu", sagt Berater Symanski. "also versucht man, als Ausgleich die Einnahmen hochzutreiben."

Außerdem meint die Post, die künftig höheren Preise für den Versand von Büchern und Waren seien ähnlich hoch wie bei überregionalen Wettbewerbern. Doch dieser Vergleich hinkt teilweise. Nur der gelbe Riese bietet bei mehr als 100.000 Briefkästen an, solche Sendungen praktisch überall anzunehmen. Dagegen haben die Konkurrenten nur wenige Briefkästen. "Die Post dominiert diesen Markt gegenüber Privatkunden extrem", sagt Symanski.

Insgesamt spielt der Dax-Konzern beim Versand von Waren in Deutschland eine immer größere Rolle. Bei Paketen stieg der Marktanteil zwischen 2010 und 2017 von rund 39 Prozent auf etwa 45 Prozent - und das bei einem jährlich um mehr als sieben Prozent wachsenden Markt.