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| 01:37 Uhr

Polen lehnt Beteiligung an Ostsee-Pipeline kategorisch ab

Moskau.. Polen will auf keinen Fall bei der geplanten Ostsee-Pipeline für Gaslieferungen von Russland nach Deutschland mitmachen. Dies sagte Regierungschef Donald Tusk im Vorfeld eines Moskau-Besuches der Nachrichtenagentur Interfax.

Zwar könne sein Land das Projekt nach jetzigem Stand nicht blockieren, konstatierte Tusk. "Aber wir werden zweifellos nicht mitmachen, es ist zu teuer."
Tusk räumte zugleich ein, dass die russische Führung ihre Entscheidung unabhängig von den polnischen Bedenken treffen werde. Aber er wolle bei seinem Besuch in Moskau Ende der Woche einen Alternativvorschlag für eine Pipeline über Land auf den Tisch legen, der viel kostengünstiger sei. Warschau kritisiert das umstrittene Projekt einer direkten Gas-Pipeline zwischen dem russischen Wyborg und dem deutschen Greifswald, die Polen als Transitland umgeht. Polen befürchtet, Russland könnte im Fall einer politischen Krise seine Gaslieferungen nach Polen drosseln oder stoppen, ohne dass Westeuropa dadurch in Mitleidenschaft gezogen würde.
Bisher ist Polen Transitland für die Versorgung Westeuropas mit russischem Gas. Das russische Gasunternehmen Gasprom und die deutschen Firmen BASF und Eon hatten sich 2005 auf den Bau einer 1200 Kilometer langen Pipeline durch die Ostsee geeinigt, die 2011 in Betrieb gehen soll. (AFP/sm)