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Düsseldorf
Pinkwart: Bei Digitalisierung ist noch viel Luft nach oben

Nordrhein-Westfalen steht bei der Digitalisierung nach Einschätzung von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart noch vor großen Herausforderungen. "Wir haben die Digitalisierung noch nicht mal näherungsweise erschlossen", sagte Pinkwart beim Jahresempfang der NRW-Bundesbank-Hauptverwaltung. Glasfaser ausbauen, die Digitalisierung für die Bildung an Schulen und Hochschulen einsetzen, elektronische Gewerbeanmeldungen möglich machen - Pinkwart sieht jede Menge Möglichkeiten, NRW in eine erfolgreiche digitale Zukunft zu führen. Und auch in eine weniger bürokatische. Eines seiner Ziele: "Nordrhein-Westfalen soll das Bundesland mit den kürzesten Genehmigungsverfahren werden."

Auch für Margarete Müller, Präsidentin der Bundesbank-Hauptverwaltung NRW, besteht bei der Digitalisierung noch viel Luft nach oben. Müller forderte Investitionen in die digitale Infrastruktur und die Bildung. Und sie nahm die eigene Branche nicht aus: "Es passt absolut nicht mehr in die heutige Zeit, dass eine Mail von Düsseldorf nach Tokio zwei Sekunden dauert und eine Zahlung mehr als 24 Stunden."

Nach den enormen Bitcoin-Kursschwankungen der vergangenen Monate warnte Müller eindringlich vor den Gefahren der Kryptowährung. Digital-Währungen, die eigentlich keine Währung seien, würden nur dann eine Rendite abwerfen, wenn die Nachfrage das Angebot so weit übersteige, dass es zu Preissteigerungen komme, sagte Müller beim Jahresempfang in Düsseldorf. Kehre sich dieses Verhältnis um, drohe ein Totalverlust.

Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret nannte die konjunkturelle Erholung im Euroraum erfreulich, warnte aber gleichzeitig davor, die Risiken zu unterschätzen. Dabei nannte er die geopolitischen Spannungsfelder ebenso wie die Risiken durch den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

(gw)