Nach der Ernennung zum Nachfolger des bald 60-jährigen Kurt Hellström gab Svanberg (50) gestern mit dem Kauf von Ericsson-Aktien für 100 Millionen Kronen (10,8 Millionen Euro) auch gleich ein sichtbares persönliches Signal für seinen Glauben, dass der lange Zeit komplett glücklose Han-
dy-Hersteller und Anbieter von Mobilnetzen wieder besseren Zeiten entgegen geht.
Ähnlich schienen das auch andere Anleger zu sehen, was den in dieser Woche nach neuen katastrophalen Verlustzahlen und eher pessimistischen Prognosen weiter in den Keller gegangenen Kurs um zehn Prozent auf 8,60 Kronen steigen ließ. Es schien sie im Gegensatz zu einigen Analysten auch nicht zu stören, dass mit dem Wechsel an der Spitze am 8. April mit Svanberg und Aufsichtsratschef Michael Treschow zwei Manager ohne längerfristige Kenntnis der Telekombranche stehen.
Svanberg hat sich überdies beim Schließ- und Sicherheitskonzern Assa
Abloy einen Namen als erfolgreicher Aufkäufer neuer Beteiligungen gemacht. Das steht für seinen neuen Arbeitgeber wohl kaum auf der Tagesordnung. Denn Ericsson hat in den letzten zweieinhalb Jahren insgesamt knapp 40 000 von einst noch 103 000 Stellen gestrichen.
Bis auf das immer wieder geäußerte Stichwort "Kostensenkung" hatte der 17 Jahre lang aktive Pfadfinder bei seiner Vorstellung im Stockholmer Opernkeller bislang wenig Konkretes zu bieten. Hellströms Ablösung hatte sich seit längerem abgezeichnet, kam aber vier Tage nach der Bilanz-Pressekonferenz selbst für Insider doch überraschend. Vor allem ausländische Anleger hätten in letzter Zeit erheblichen Druck in Richtung "radikale Erneuerung" bei Ericsson gemacht, meinte der Analyst Johan Strandberg von der Deutschen Bank im schwedischen Rundfunk.
Als sicher gilt dabei schon, dass Svanberg Ericsson als mediengewandter Managertyp ein ganz anderes Gesicht nach außen geben wird als der leicht brummelig und bieder wirkende Hellström. (dpa/sm)