Die ostdeutsche Textilbranche leidet unter einem schwachen Russlandgeschäft. 2014 sei der Gesamtumsatz der rund 350 Betriebe im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurückgegangen, sagte Bertram Höfer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti), am Mittwoch vor der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Schkeuditz bei Leipzig.

Als einen Grund nannte er den Einbruch des Russlandgeschäfts um mehr als 40 Prozent. "In der Folge der Russland-Sanktionen ist der Rubel in den Keller gegangen", erläuterte Höfer. Für die russischen Kunden seien die Angebote der Textil- und Bekleidungsbetriebe deswegen "preislich einfach nicht mehr erschwinglich".

Auch im Jahr 2015 liege der Handel mit dem großen Partner im Osten ziemlich am Boden. Die Betriebe versuchten jetzt, die Verluste durch Exporte in andere Regionen auszugleichen. Dazu zählen nach Angaben Höfers Asien und Nordamerika. 35 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet die Branche im Auslandsgeschäft.

Insgesamt seien die ostdeutschen Textilbetriebe jedoch gut aufgestellt, resümierte Höfer. Das erste Quartal 2015 gebe Anlass zum Optimismus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe der Umsatz um drei Prozent zugelegt. In der ostdeutschen Textilbranche arbeiten nach Verbandsangaben rund 16 000 Menschen.