ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 03:03 Uhr

Ost-Chemie droht Fachkräftelücke

Berlin. D en 300 Chemieunternehmen in Ostdeutschland droht nach einer Branchenumfrage eine gravierende Fachkräftelücke. Viele Betriebe rechnen demnach damit, ab dem Jahr 2016 bei Weitem nicht mehr alle Arbeitsplätze besetzen zu können. dpa/sm

Schon in den vergangenen Jahren habe jedes dritte Unternehmen einmal oder mehrfach keine passsenden Bewerber mehr für freie Stellen gefunden. Besonders gefragt: Ingenieure der Fachrichtungen Maschinenbau und Verfahrenstechniken sowie Chemiker und Chemieingenieure, Pharmazeuten und Mediziner.

Aus Sicht der Studienautoren vom Zentrum für Sozialforschung der Universität Halle-Wittenberg steckt der Osten in einer "demografischen Falle": Die Zahl der Schulabgänger habe einen Tiefstand erreicht, zudem steige in den nächsten Jahren die Zahl der 63 Jahre alten Beschäftigten - was eine Verrentungswelle auslöst.

Außerdem brauchten die Chemiebetriebe mit ihren zuletzt 55 000 Beschäftigten in den vergangenen Jahren mehr Personal: In allen Unternehmensbereichen verzeichneten sie Zuwächse, und in der Produktion werde der Bedarf weiter steigen. "Die Zeiten, in denen die Unternehmen auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt aus dem Vollen schöpfen konnten, sind längst vorbei", heißt es in der Studie. Demnach fällt es 42,4 Prozent der befragten Unternehmen schwer oder sehr schwer, Fachkräfte zu finden. Es gebe nicht genügend schulisch gut vorgebildete Bewerber, zudem werde der Arbeitsmarkt leer gefegt.

Der Verband Nordostchemie sieht ein Gegenmittel im neuen Lebensphasen-Tarifvertrag der Branche. Er sieht Fonds vor, aus denen etwa Familienzeiten und altersge rechtes Arbeiten unterstützt werden.