Im Schnitt sinken die Preise der Wettbewerbsbehörde zufolge um zehn Prozent. "Damit müssten die Kosten für die Endverbraucher sinken", sagte der Sprecher des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Wolfgang Heer, in einem Interview. Die Deutsche Telekom prüft allerdings rechtliche Schritte gegen die Entscheidung.
Ab 1. Juni müssen die Telekom-Wettbewerber nach der Entscheidung der Netzagentur für die letzte Meile zum Endkunden zur Kernzeit nur noch 0,52 Cent pro Minute zahlen. Das sind laut VATM zwölf Prozent weniger als bisher. Netzagentur-Chef Matthias Kurth nannte die Absenkung "angemessen". Die Telekom wollte dagegen die Gebühr um mehr als zehn Prozent erhöhen.
Die letzte Meile ist für die Telekom-Konkurrenten ausschlaggebend für die Kosten: Selbst wenn sie eigene Netze aufgebaut haben wie etwa die großen Anbieter Arcor, Versatel, Hansenet oder Netcologne, sind sie für den Zugang zum Kunden auf die Telekom angewiesen.
Ein Telekom-Sprecher sagte in Bonn, die Entscheidung der Netzagentur sei für den Konzern nicht nachvollziehbar. Die Telekom behalte sich daher rechtliche Schritte vor. Dem Sprecher zufolge machte der Konzern erhöhte Kosten vor allem für die konzerneigene Beschäftigungsgesellschaft Vivento geltend. Dieser Argumentation sei die Wettbewerbsbehörde aber nicht gefolgt.
Im vergangenen Jahr zahlten die Telekomdienstleister an die Telekom laut VATM insgesamt rund 2,9 Milliarden Euro zur Nutzung der Netze des Ex-Monopolisten. Davon entfielen gut 750 Millionen Euro auf den lokalen Bereich. Mit der Senkung der Tarife durch die Netzagentur können sie nun rund 75 Millionen Euro einsparen.
Da der Markt stark umkämpft ist, rechnet der Telekommunikationsverband damit, dass die Unternehmen die Kostensenkung an ihre Kunden weitergeben. Der Telekom-Sprecher sagte dagegen, die Erfahrung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass die Endkunden von der Senkung der Netzgebühren nicht profitierten. (AFP/sm)