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Kaum Auswirkung für Kunden
Ökostrom-Umlage sinkt 2018 leicht auf 6,792 Cent

Die Metallkabel einer Starkstromleitung glänzen am 13.01.2015 nahe Vieselbach bei Erfurt (Thüringen) im Sonnenlicht. Die Energiewende bleibt für Stromkunden teuer.
Die Metallkabel einer Starkstromleitung glänzen am 13.01.2015 nahe Vieselbach bei Erfurt (Thüringen) im Sonnenlicht. Die Energiewende bleibt für Stromkunden teuer. FOTO: Martin Schutt / dpa
Berlin. Die Energiewende bleibt für Stromkunden teuer. Zwar sinkt die sogenannte Ökostrom-Umlage für Strom aus Windkraft und Sonne im nächsten Jahr leicht um 0,088 auf 6,792 Cent pro Kilowattstunde, wie die vier Netzbetreiber am Montag mitteilten. Zugleich schlagen aber steigende Netzentgelte zum Ausbau der Stromtrassen zu Buche.

Derzeit beträgt die EEG-Umlage, die von Verbrauchern über die Stromrechnung bezahlt wird, 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Der Rückgang 2018 macht aufs Jahr gerechnet nur wenige Euro Entlastung pro Haushalt aus. Experten begründen die minimale Änderung vor allem mit gestiegenen Börsenstrompreisen. Was die etwas niedrigere EEG-Umlage für Haushalte am Ende bedeutet, ist kaum zu berechnen. Es hängt davon ab, was die Energiekonzerne an Kunden weitergeben. Zudem kommen weitere Umlagen hinzu, etwa die Netzentgelte. Diese wollen die Netzbetreiber zum Teil kräftig erhöhen.

Die EEG-Umlage wird als Differenz zwischen dem Preis, den Stromerzeuger für ihren Strom bekommen, und den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom berechnet. Je niedriger der Börsenpreis, den Energiekonzerne zahlen müssen, desto höher die Umlage.

Kritik gibt es aus der Lausitzer Wirtschaft. Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB): „Wenn die EEG-Umlage um 0,88 Cent sinkt, bedeutet das noch lange keine Entwarnung für Unternehmen und Verbraucher. Nach wie vor ist die Finanzierung der Energiewende ein Riesenproblem für unseren Standort. Der Trend bei der EEG-Umlage dürfte in den kommenden Jahren nur eine Richtung kennen – nach oben. Dabei ist Strom in Deutschland schon heute teurer als in den meisten anderen Ländern, mit denen wir konkurrieren. Das trifft vor allem die Industrie: Neun von zehn Betrieben sind voll von der EEG-Umlage betroffen. Eine der wichtigsten Projekte der neuen Bundesregierung muss es daher sein, das Ökostrom-System grundlegend und schnell zu reformieren.“

(dpa)