"Die Unternehmen haben sich die Tarifforderung selbst eingehandelt", sagte der Direktor des Instituts Arbeit und Wirtschaft an der Universität Bremen der "Frankfurter Rundschau". Denn in den vergangenen Jahren seien die Löhne deutlich langsamer gestiegen als die Gewinne.

Die Betriebe hätten bei den Gehältern nicht nachgebessert, sondern nach der Devise gehandelt: Die Beschäftigten werden es schon nicht merken, dass sie zu kurz gekommen sind. Das sei ein Fehler gewesen. Hickel plädierte dafür, dass die Tarifparteien künftig rascher Nachverhandlungen aufnehmen, wenn sich die Branche besser entwickelt als erwartet.

Der Volkswirt Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung sagte der Zeitung, er halte in der Metall- und Elektroindustrie nur eine Lohnerhöhung von rund vier Prozent für vertretbar. Der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Christoph M. Schmidt, sieht für Lohnerhöhungen in Deutschland sogar nur einen Verteilungsspielraum von 2,5 Prozent. Das sagte er der "Passauer Neuen Presse".ddp.djn/rb