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| 01:13 Uhr

Nordische Fichte sichert Jobs

Einer der größten und modernsten Holzspezialisten Europas hat sich erfolgreich in Magdeburg etabliert. Die Nordlam GmbH produziert seit drei Jahren mit 145 Mitarbeitern tragende Bauelemente. Die aus mehreren Brett-Lamellen zu Balken und Trägern zusammengeleimten und bis zu 24 Meter langen Fertigteile sind gefragte Bauelemente im Industriebau, in Geschäftshäusern und in Eigenheimen. Von Dieter H. Michel

"Unsere Erwartungen in den Standort Magdeburg haben sich voll erfüllt", sagte Gernot Maier, Generalbevollmächtigter der Nordlam-Geschäftsführung. 85 000 Kubikmeter Holz habe das Team im Vorjahr erzeugt, für 2006 peile das Werk einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro an.
"Wir haben uns für den hiesigen Standort nicht nur wegen der Lage am Schnittpunkt von Autobahnen und Wasserwegen entschieden. Es war auch günstig, hier Arbeitskräfte mit einer hohen Motivation zu bekommen", sagt Maier. Am Südtiroler Standort des Unternehmens gebe es lediglich zwei Prozent Arbeitslosigkeit. "Da konnten wir hier aus einer viel größeren Zahl von Bewerbern wählen". Die Mitarbeiter stammten fast alle aus der Region und hätten sich prächtig eingearbeitet, sagte Maier.

Viele Steine aus dem Weg geräumt
In den Werkhallen sausen im Drei-Schicht-Betrieb Bretter mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Metern pro Minute über die Transportbänder. Sie werden gehobelt, verleimt und jagen durch Scanner, die Fehler im Holz markieren. Mitlaufende Sägen, die sich dem Tempo des Holzes anpassen, zerteilen die Bretter maßgerecht. Vollautomatisch und vom Computer gesteuert laufen die meisten Prozesse im neuen Werk und dem angeschlossenen Hochregallager ab.
Ausschließlich nordisches Fichtenholz werde für Bauten in Italien, Österreich, der Schweiz und allen Teilen Deutschlands verarbeitet, sagte Maier. Angeliefert werde es aus Skandinavien und aus Russland. Der Markt sei für die geraden Leimholz-Bauteile im Wachsen. Die Stabilität der aus Brettschichtholz gefertigten Stützen, Träger und Rahmen sei im Vergleich zu Vollholz-Balken größer. "110 000 Kubikmeter Leimbinder werden in diesem Jahr das Werk verlassen."
Bevor hier am Standort das nach eigenen Angaben modernste Brettschicht-Holzwerk Europas entstehen konnte, hatten die Südtiroler Investoren im wahrsten Sinne viele Steine aus dem Weg zu räumen. "Die früher auf dem Gelände arbeitende Großgaserei brachte uns unerwartete Altlasten, Stahlbaureste und versteckte Fundamente, die wir beiseite schaffen mussten", erinnert sich Maier. Das habe zu Bauverzögerungen geführt.
Nach dreijähriger erfolgreicher Arbeit sind die Südtiroler richtige Magdeburger geworden. "Als wir gefragt wurden, ob wir Holz einer bestimmten Abmessung für die neue Orgelempore im Magdeburger Dom liefern können, sind wir sogar von unserem Standardmaß abgewichen und haben den Auftrag erfüllt", erzählt Maier.

Holzindustrie wächst am Standort
Aus der einstigen Stadt des Schwermaschinenbaus ist heute ein wichtiger Standort der Holzindustrie geworden: Im Norden Magdeburgs haben sich neben den drei großen Nordlam-Hallen mit 28 000 Quadratmetern Grundfläche weitere Unternehmen der Holzbranche angesiedelt. Das rheinische Unternehmen Variobord GmbH produziert hier Holzfaserplatten. Auch die Südtiroler Firma Lignopan hat sich bereits entschieden, an dem Standort Gelände zu kaufen.