Erwerbslos gemeldet waren im Land 163 261 Menschen, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Dies war der niedrigste September-Stand seit 1994. Zum Monatsende waren damit 7542 Frauen und Männer weniger registriert als im August und 23 214 weniger als im September vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Punkte auf nun 12,1 Prozent. Im Vorjahresmonat hatte sie 13,8 Prozent betragen. Die Zahl der offenen Stellen lag nun bei 14 549, das waren 364 weniger als vor einem Jahr.

Brandenburgs Arbeitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) bezeichnete den starken Rückgang der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen unter 20 Jahren als besonders erfreulich. Im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr zeige sich eine Abnahme von fast einem Drittel, erklärte sie in einer Mitteilung. Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) sprach von einer erfreulichen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: „Es zeigt sich zunehmend, dass sich das Wachstum der Wirtschaft im Aufbau von Beschäftigung niederschlägt und damit bei den Brandenburgern ankommt.“

SPD-Fraktionschef Günter Baaske meinte, mit Glück könnte im Oktober bei der Arbeitslosenquote eine 11 vor dem Komma stehen. Es bestehe aber nach wie vor das Problem mit den Langzeitarbeitslosen. Hier könnten die Arbeitsvermittler nur mit einer sehr viel besseren individuellen Betreuung Abhilfe schaffen. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Christian Görke, bemerkte kritisch, dass in Brandenburg der Zuwachs an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung mittlerweile unter dem Bundesdurchschnitt liege.

Nach Angaben der Experten der Arbeitsagentur hätten im September nach dem Ferienende Betriebe wieder Personal eingestellt. Auch viele junge Leute, die im Frühjahr ihre Ausbildung beendet haben und vorübergehend arbeitslos gemeldet waren, seien nun eingestellt worden. Im August war die Arbeitslosenzahl vor diesem Hintergrund leicht gestiegen. Bundesweit sank die Arbeitslosenquote im September um 0,2 Punkte auf 7,4 Prozent.