„Mit der Fertigstellung der Niederschlesischen Verkehrsmagistrale wird das größte Schienenverkehrsprojekt dieses Jahrzehnts in der Lausitz vollendet werden – effektiv, ökologisch und mit völlig neuen Chancen im Strukturwandel für die ansässigen Transport- und Produktionsunternehmen und für neue Wirtschaftsansiedlungen“, schaut Jens Krause, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus voraus. Mit 120 Vertretern aus der regionalen und überregionalen Wirtschaft wurde das Thema am Dienstag bei der IHK-Logistikkonferenz in Schwarzheide erörtert.

Container sollen künftig in fünf Tagen von den Seehäfen in den Niederlanden und in Norddeutschland auf der Schiene durch die Lausitz bis in die Ukraine und weiter nach Asien transportiert werden. Dieses Schienenteilstück verbindet dann die gesamte Region von Elsterwerda über Ruhland, Knappenrode bis nach Horka und schafft für die Lausitz neue Perspektiven beim Umladen von Waren von der Straße auf die Schiene und umgekehrt.

Drei Kombiverkehrsterminals „Straße-Schiene“ gebe es bereits in der Lausitz, unterstreicht Krause. In Forst betreibt die Lion-Group einen, in Schwarzheide STR-Bertschi und in Elsterwerda LDZ Hofmann. Ein viertes Kombiverkehrsterminal entsteht gerade im sächsischen Kodersdorf. Die Lion Group, Betreiber des Kombiverkehrsterminals in Forst, baut dort ein neues Terminal direkt an der neu entstehenden Niederschlesischen Eisenbahnmagistrale. Zudem wollte Lion-Group-Geschäftsführer Sven Noatzke in Schwarzheide bekanntgegeben, künftig mit der LDZ Hofmann kooperieren und das Kombiverkehrsterminal Elsterwerda intensiver nutzen zu wollen.

„In Zeiten von Berufskraftfahrermangel, Lkw-Parkplatznöten und Endlosstaus auf deutschen Autobahnen machen sich die Lkw-Spediteure natürlich Gedanken, wie sie die Waren für ihre Kunden künftig noch effizient und pünktlich auf der Straße transportieren können. Ein realistischer Ausweg für Lausitzer Unternehmen wird in Zukunft der Transport über die Schiene sein“, sagt Jens Krause. Die Magistrale könne eine überregionale Sogwirkung erzeugen. „Vor diesem Hintergrund müssen wir für unsere Industriegebiete an der Strecke verstärkt werben und den besonderen Mehrwert durch diese attraktive Schienenverbindung herausstellen“, fordert Jens Krause.