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Niederschlesische Magistrale liegt weiter auf Eis

Der Ausbau der Schienen-Gütermagistrale von der polnischen Grenze bei Weglinec (Kohlfurt) über Horka, Knappenrode, Hoyerswerda (Sachsen), Ruhland bis Lutherstadt Wittenberg (Sachsen Anhalt) liegt weiter auf Eis. Nach RUNDSCHAU-Informationen sind Finanzierungsprobleme die Ursache für die Verzögerungen. Die Planungen für das Milliarden-Projekt laufen jedoch weiter. Von Harry Müller

"Zumindest bis 2008 ist dieses Projekt nicht mehr unter den 66 Schienenvorhaben, die in diesem Zeitraum verwirklicht werden sollen", heißt es auf Nachfrage beim sächsischen Netzbereich der Deutschen Bahn.
Netz AG und Projektbau GmbH der Bahn wollen "in einer neuen Vorlage versuchen, den Ausbau wieder auf die Tagesordnung zu bringen, weil das Frachtaufkommen vor allem aus Russland, aber auch aus der Ukraine oder aus Ungarn enorm wächst und schnelle Gütertrassen immer dringender werden", verlautet es aus der Projektbau-Niederlassung Südost in Leipzig.

Verbindung nach Westeuropa
Bei dem Projekt unter dem Namen "Niederschlesische Magistrale" geht es um den Ausbau der vorhandenen 190 Kilometer langen Eisenbahnstrecke zwischen der polnischen Grenze durch die Lausitz nach Lutherstadt Wittenberg zu einer modernen Güterautobahn auf Schienen (die RUNDSCHAU berichtete). Von dort geht es weiter Richtung Westen zu den Indus trieregionen um Dortmund und Antwerpen, zu Zielen in Frankreich, Österreich, Italien oder der Schweiz.
1,051 Milliarden Euro von Bund und Europäischer Union waren nach Bahnangaben ursprünglich für die Magistrale vorgesehen. Bis zum Jahr 2010 sollten unter anderem das zweite Gleis einschließlich Elektrifizierung von der polnischen Grenze bis Knappenrode gebaut sowie die Achslast der Strecke für schwere Güterzüge erhöht werden. Hinzu kommen sollten die Modernisierung der Sicherungstechnik und die Sanierung mehrerer altersschwacher Brücken und Kreuzungsbauwerke.

Kreuzungsbauwerk wird erneuert
"Die Planungsarbeiten für den Ausbau gehen weiter", erklärt Projektbau-Sprecher Frank Kniestedt. Auch das marode Kreuzungsbauwerk auf dem Bahnhof Falkenberg/Elster soll wie vorgesehen erneuert werden, um den durchgehenden Zugverkehr zwischen Cottbus und Leipzig weiterhin gewährleisten zu können. Das Falkenberger Millionenprojekt steckt derzeit nach Auskunft der sächsischen Bahn in der Vergabephase. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein.
Außerdem haben im Rahmen der Planungsarbeiten zur Niederschlesien-Magistrale die Deutsche Bahn und die Stadtverwaltung von Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) ein "koordiniertes Vorgehen bei den zu erwartenden Bauarbeiten" vereinbart. Im kommenden Jahr sollen in Bad Liebenwerda zunächst neun nicht mehr benötigte Gleise und elf Weichen zurückgebaut werden. Eine bisher mechanisch betriebene Schranke werde durch eine Halbschranke ersetzt, um die Wartezeiten für die Autofahrer und Fußgänger zu vermindern, heißt es. Auch ein neuer Außenbahnsteig entsteht. 2,9 Millionen Euro hat die Bahn nach eigenen Angaben dafür vorgesehen. Sie will dies als Zeichen verstanden wissen, dass sie zur Niederschlesien-Magistrale steht.

Hintergrund Die Güterautobahn
 Die Magistrale erstreckt sich insgesamt auf eine Länge von 480 Kilometern. Sie führt entlang der Bahnhöfe Horka, Hoyerswerda, Ruhland, Falkenberg/Elster und Lutherstadt Wittenberg. Der Wertumfang der Modernisierung beträgt 1,052 Milliarden Euro.
Zwischen der polnischen Grenze und Knappenrode sollen 83 Kilometer Strecke elektrifiziert und 49 elektronische Stellwerke sowie 273 Bahnübergänge gebaut werden.