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Nicht ohne Urlaubsplaner

Urlaub machen, das will gut geplant sein. Heute mehr denn je, denn so einfach ist Erholen heute gar nicht.

Das ist kaum zu glauben, aber x-fach individuell belegt und erlebt: Da ist die Kollegin, die im Urlaub immer erst mal krank wird; die Familie, die sich im Urlaub öfter streitet als zu Hause; der Aktivurlauber, der sich wieder zurück am Schreibtisch dringend vom Blasenlaufen erholen muss; der Schichtarbeiter, der so müde zurückkehrt, wie er in den Urlaub gefahren ist. . .

Was läuft da schief?

Eigentlich nichts. Wenn man Psychologen glauben kann, dann sind das völlig normale Ereignisse. Allerdings rechnen die wenigsten damit. Da liegt der Fehler. In Zeiten, wo alles auf Funktionieren und "Zack, Zack!" geschaltet ist, erscheint fast alles beliebig an- und abschaltbar. Aber eben nur fast. Der menschliche Organismus packt das nicht. Er ist keine Maschine. Er hat Bedürfnisse. Werden die nicht gestillt, bahnt sich das körpereigene Mitteilungssystem seinen eigenen Weg: Deutschland schläft schlecht, titeln dann diverse Krankenkassen auf Basis von Studien. Schlimm, wenn man dann nicht mal im Urlaub schlafen kann. . .

Das freilich kann an der falschen Urlaubsplanung liegen. Mittlerweile gibt es Hunderte Tipps, wie man es richtig macht. Und wie das Essen wird nun auch Erholung zur Wissenschaft. Das allerdings übersteigt meine Aufnahmefrequenz und erhöht den Leistungsdruck ins Unerträgliche. Da gibt's nur einen Ausweg: Ich gebe die Verantwortung ab, an einen externen Urlaubsplaner. So habe ich wenigsten gefühlt mir und anderen schon etwas Gutes getan. Immerhin gibt es Prognosen, dass Urlaubsplaner ein neues Berufsbild werden kann. Offen ist noch, wer sich dann um das Seelenleben dieser geplagten Berufsgruppe kümmert und wie. Das sollte schleunigst geklärt werden. Bevor die Ausbildung im neuen Trendberuf beginnt. Wer will schon eine Kettenreaktion erleben?