Von Maria Neuendorff
und Jan Siegel

Während die großen Infrastruktur-Investitionen in Bezug auf die Bahn bisher an der Lausitz vorbeirollen, bemüht sich der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) die Situation für Pendler zu verbessern. „Wir haben zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember so viele Züge und Sitzplätze auf der Schiene bestellt, wie seit vielen Jahren nicht mehr“, freut sich VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel.

Auf vielen Linien werden die Kapazitäten deutlich erhöht. Davon sollen die Lausitz und die Elbe-Elster-Region besonders profitieren.

Spreewald: Gleich eine ganz neue Regionalbahn-Linie gibt es mit der RB41 ab dem Fahrplanwechsel zwischen Cottbus und Lübben (Dahme-Spreewald). Damit geht zumindest teilweise ein Ärgernis vorläufig zu Ende. Die RB41 fährt im Zweistundentakt hält unterwegs an allen Stationen. Das bedeutet auch in Kolkwitz, Kunersdorf und Raddusch, die seit Jahren über weite Teile des Tages vom Bahnanschluss abgehängt waren. Die neue Regionalbahn wird von der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) bedient und fährt zunächst allerdings nur probeweise für ein Jahr, anstelle des Bus-Ersatzverkehrs. Sie ergänzt das RE2-Angebot (Cottbus-Berlin) zwischen Lübben und Cottbus.

Elbe-Elster: Die Regionalbahn-Linie RB49 (Cottbus-Ruhland-Falkenberg) soll künftig auch am Wochenende durchgehend im Zweistundentakt fahren. Zusammen mit der sächsischen S-Bahn-Linie S4 (Hoyerswerda – Leipzig – Wurzen) ergibt sich ein täglicher Stundentakt zwischen Ruhland und Falkenberg.

Auf der Regionalbahn-Linie RB43 werden tagsüber alle Züge nach Herzberg (Elster) verlängert. Das bedeutet eine Verdichtung zum RE3-Angebot (Berlin-Falkenberg) zwischen Herzberg und Falkenberg. „Außerdem bieten diese Züge in Falkenberg (Elster) Anschlüsse in alle Richtungen“, sagt Bernd Arm, Abteilungsleiter Angebot und Infrastruktur beim VBB.

Knoten Ruhland: „Der Bahnhof Ruhland wurde so umgebaut, dass die Züge des RB49 (Cottbus-Ruhland-Falkenberg) nicht mehr so lange warten müssen“, erklärt Bernd Arm. So könne nun in Senftenberg der Anschluss zur RB24 erreicht werden, die nach Berlin und Eberswalde rollt. Zusammen mit der Linie RE18 besteht in Senftenberg künftig stündlich der Anschluss zwischen Ruhland, Lübbenau und Berlin.

Nach Sachsen: Die Ostdeutsche Eisenbahn betreibt neben der Linien RB46 (Cottbus-Forst) weiter auch die RB65 (Cottbus-Zittau). Dabei werden mit dem Fahrplanwechsel bestehende Lücken zwischen Cottbus, Spremberg und Görlitz geschlossen. Auch am Wochenende wurden die Fahrten teilweise neu geordnet. Künftig ergibt ein Stundentakt täglich bis etwa 23 Uhr in und aus Richtung Görlitz.

Neu ist die Linie RB64 (Hoyerswerda–Görlitz) in Sachsen. Damit fährt nach insgesamt acht Jahren Bauzeit künftig wieder ein Zug zwischen den beiden wichtigen Städten in der Oberlausitz.

Grundsätzlich sollen allen Züge im Regionalverkehr moderner werden. So seien beispielsweise alle Züge mit Fahrgastinformationsbildschirmen, Schiebetritten und auch WLAN ausgestattet worden. Entsprechend der Erfahrungen aus dem Projekt „Rad im Regio“ sind die Fahrradstellplätze außen und innen nun klar gekennzeichnet.

Kulturzug: Veränderungen gibt es beim sogenannten Kulturzug von Berlin über Cottbus nach Wrocław (Breslau).Weil viele Fahrgäste aus Polen das Wochenende in Berlin verbringen wollen, werden die weniger nachgefragten Fahrten am Samstagabend ab Wrocław und am Sonntagsmorgen ab Berlin abgeschafft und durch Züge am Freitagnachmittag ab Berlin und am Freitagabend ab Wrocław ersetzt.

Große Pläne: Für die kommenden Jahre kündigt der VBB eine weitere Verdichtung der Bahnangebote an. „Mit dem jetzt ausgeschriebenen Verkehrsnetz Elbe-Spree werden wir ab 2022 weiter erhebliche Angebotsverbesserungen auf vielen Schienenachsen umsetzen können“, ist VBB-Chefin Susanne Henckel optimistisch. Dazu gehörten unter anderem eine vierte Linie zwischen Nauen und Berlin, zusätzliche Fahrten auf dem RE1 (Potsdam-Berlin-Frankfurt) und ein weiter verdichtetes Angebot in Richtung Spreewald.