Noch bis zum Sonntag zeigen rund 1500 Aussteller aus 50 Ländern Neuheiten: digitale Kompaktkameras, Spiegelreflexkameras, Fotohandys, Camcorder, Objektive, Blitzgeräte, Drucker oder Software. "Wir haben es mit einer neuen Dimension der Bildkommunikation zu tun", betont Rainer Schmidt als Geschäftsführer des Photoindustrie-Verbandes (PIV), der die internationale Branchenschau zusammen mit der Koelnmesse alle zwei Jahre veranstaltet.

"Neu ist, dass das satellitengestützte US-Navigationssystem GPS (Global Positioning System) bei einigen Kamera-Modellen Einzug hält", erklärt PIV-Sprecherin Constanze Clauß. Wer mit seiner Kamera etwa den Kölner Dom abgelichtet hat, kann mittels GPS-Modul und integrierter WLAN-Funktechnik über eine Datenbank Informationen zu dem Bauwerk erhalten - und neben seinem Standort auch gleich noch abfragen, wo sich das nächste Restaurant befindet. Die Aufnahmen können an ein fremdes Handy geschickt werden, der Empfänger wird dann zum Dom navigiert.

Im Wachstumsmarkt Digitalkameras werden die Hightech-Apparate immer intelligenter, heißt es bei der Koelnmesse. Neues gebe es bei der automatischen Motiv-Erkennung: Für optimale Porträtfotos werden auf der "photokina" Kameras gezeigt, die Mimik erkennen können. Erst bei einem Lächeln werde automatisch ausgelöst, erläutert ein Sprecher. "Die Gesichtserkennung funktioniert inzwischen schon bei neun oder zehn Personen - erst wenn wirklich alle freundlich schauen und alle Augenpaare offen sind, löst die Kamera aus", ergänzt Clauß vom PIV. Auch Bildkorrekturen seien bereits in der Kamera machbar.

Bei der Bild-Qualität geht das Rennen um die Pixel - also die Zahl der Bildpunkte - weiter. Einige Hersteller präsentieren laut Koelnmesse eine ex-trem hohe Bildauflösung von bis zu 65 Millionen Pixel bei den Spiegelreflexkameras für Profis. Das funktioniere aber nur mit entsprechend ausgefeilten Objektiven und Speicherchips aus der "Königsklasse", betont die Sprecherin.

Auch mit Blick auf die Hobbyfotografen vermelden einige Hersteller neue Rekorde - oberhalb der 20-Millionen-Pixel-Grenze.

Einfache Bedienbarkeit Da der Konsument keine komplizierte Handhabung will und angesichts der immer komplexeren Funktionen eine intensive Auseinandersetzung mit der Technik scheut, steht die einfache Bedienbarkeit im Brennpunkt. Außerdem sind nach Branchen-Angaben kleinere Kameras gefragt, die möglichst viele Aufnahmen pro Sekunde schaffen. Bei den kompakten Digitalkameras liegt es laut PIV im Trend, den Touchscreen (Berührungsbildschirm) auf das vergrößerte Display zu verlagern - dies werde von vielen Nutzern als bequemer angesehen. Beim Fotohandy sind große Farbmonitore sowie die Bildstabilisierung gegen Verwackeln gefragt. Unter den Objektiven werden Linsen präsentiert, die dank Nanotechnologie über einen regenabweisenden Oberflächenschutz verfügen. Neben Batterien oder Akkus gibt es Energiespender auf Solar- oder Brennstoffzellenbasis.

Spezialisten sind Wärmekameras, die die Oberflächentemperatur von Objekten messen können und der Feuerwehr bei der Suche nach einem Brandherd oder einer vermissten Person im dichten Rauch helfen. Im Hausbau werden Spezialkameras auch zur Überprüfung von Wärmedämmung eingesetzt. Für Unterwasser-Fotografen ist auf der Branchenschau erstmals eine eigene Unterwasserwelt eingerichtet.

Gab es früher in der Regel eine Kamera pro Haushalt, so verfügt heute oft jedes Familienmitglied über einen eigenen Apparat. "Die Kameras werden auch in kürzeren Abständen ausgetauscht, weil man die neuen Anwendungen haben will", erklärt Clauß. Dabei haben Frauen aufgeholt: 61 Prozent von ihnen griffen 2007 einer Umfrage zufolge zur Kamera. Auch Jugendliche hat die Branche zunehmend ins Visier genommen. Rund 71 Prozent der 14- bis 19-Jährigen und etwa ein Drittel der sechs- bis 13-jährigen Kinder sind mit der Kamera unterwegs.