| 02:39 Uhr

Neue Ideen für Haushaltsgeräte

Kühlschrank und Tablet vernetzten? Geht alles.
Kühlschrank und Tablet vernetzten? Geht alles. FOTO: dpa
Berlin. Ein Kühlschrank ist nun mal ein Kühlschrank. Und was soll aus einem Backofen noch anderes werden? Sieht man sich die Neuheiten an, die auf der IFA in Berlin zu sehen sein werden, könnte sich Enttäuschung breit machen: Großartig Neues darf man nach aktuellem Kenntnisstand bei den Haushaltsgeräten nicht erwarten. Simone Andrea Mayer / dpa/bob

Und doch ist sich Roland Stehle, Sprecher des Branchenverbandes Gfu, der die Messe veranstaltet, sicher: "Ich würde nicht sagen, dass die Zeit der großen Innovationen vorbei ist. Es sind aber Verbesserungen im Detail." Während lange der Fokus auf der Steigerung der Energieeffizienz lag, gehe es wieder mehr um Komfort, Schnelligkeit und Wirkung.

So bleibt also die Waschmaschine die Waschmaschine. Aber Waschmaschinen können ja noch leiser werden. Stoßdämpfer aus dem Automobilbau reduzieren Vibrationen und Geräusche - so gut, dass der Profi-Kartenstapler Bryan Berg für das "Guinness Buch der Rekorde" in zwölf Stunden ein 48-stöckiges Kartenhaus auf der laufenden Waschmaschine bauen konnte. Ebenfalls eine noch recht neue Idee, die eigentlich sehr naheliegend ist, hat Samsung zuletzt für eine Waschmaschine entwickelt - und gibt diese nun zur Messe ebenfalls an einen Waschtrockner weiter: eine Tür in der Tür, damit man noch vergessene Teile in die Trommel der laufenden Maschine werfen kann. "Das sind Dinge, fragt man sich, warum da niemand vorher darauf gekommen ist", wundert sich Stehle bei so mancher derartigen Verbesserung.

"Die Detailverbesserungen sind mal größer, mal kleiner", sagt Stehle. Gorenje hat sich der Geschirrspülmaschine angenommen. Die SmartFlex hat eine Funktion, die nach Ende des Spülens ihre Tür gerade so weit öffnet, dass Dampf entweichen kann. Das Geschirr trocknet so besser. AEG hingegen sorgt dafür, dass der untere Korb des neuen Modells ComfortLift beim Öffnen in die Höhe fährt - und man ihn ohne tiefes Bücken leeren und wieder befüllen kann.

Offene Grundrisse sind bereits nahezu Standard in Neubauten - etwa bei Küchen, die ins Ess- und Wohnzimmer übergehen. Aber wo es keine Türen zum Schließen gibt, stören laute Küchengeräte. Beim Kauf einer neuen Spülmaschine sollte man auf nahezu geräuschlose oder flüsterleise Modelle achten, rät daher die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche. Solche Geräte arbeiten meist mit um die 40 Dezibel, besondere Programme zum Beispiel für die Nacht schaffen aber schon 37 Dezibel Lautstärke.

Einen wiederum ganz anderen Ansatzpunkt findet man bei Siemens Hausgeräte und Robert Bosch Hausgeräte: Die Entwickler der beiden in einem Unternehmen vereinten Marken haben jeweils Kochfeld und Dunstabzugshaube kombiniert. Der Abzug des inductionAir Systems der Serie iQ700 von Siemens und des Induktionskochfeldes der Serie 8 von Bosch sitzt in der Mitte zwischen den Herdfeldern. Was aber nun, wenn etwa Wasser oder Milch überkocht und in die Abzugsschlitze läuft? Ein herausnehmbarer Behälter fängt die Flüssigkeit dann auf.