Hier werden Spezialverbinderelemente, so genannte Stanznieten, für die Autoindustrie hergestellt - derzeit noch um die 500 Millionen Stück im Jahr, so soll die Produktion auf eine Milliarde klettern, 2018 würden weltweit sogar viermal so viele benötigt, schätzen Experten ein. Neben den Stanznieten werden in Sonnewalde Distanzausgleichssysteme, Drehteile für Kunststoffe und Hochgeschwindigkeitsbolzen hergestellt. "Egal wo auf dem Globus Audi, BMW, Daimler, VW oder Ford fahren - sie fahren mit Teilen aus Sonnewalde", sagt Geschäftsführer Roland Porepp.

Etwa 45 Prozent der 4300 Quadratmeter großen Halle werden als Logistikzentrum genutzt. Von hier aus werden Autofirmen auf allen Kontinenten - "ich weiß ihre Zahl nicht, 150 ist auf jeden Fall nicht falsch" - beliefert. "Wir sind für Daimler und andere das Warenlager auf der Straße", will Roland Porepp veranschaulichen - und erklärt: "Die Teile brauchen von Sonnewalde bis in den letzten Winkel der Welt man gerade eine Woche, um im Autowerk sofort verbaut zu werden."

Der Crinitzer ist seit der ersten Stunde bei Böllhoff tätig, als das Bielefelder Familien-Unternehmen 1990 die Entscheidung für den Standort Sonnewalde getroffen hat. Roland Porepp leitet das Werk seit 1991, in dem gegenwärtig 107 Beschäftigte einen sicheren Arbeitsplatz haben - die Belegschaft könnte bis zu 140 ansteigen, hofft der Geschäftsführer. 55 junge Leute hat Böllhoff in all den Jahren in vielfältigen Metallberufen in Sonnewalde ausgebildet, im August kommen noch einmal sieben Lehrlinge dazu.

Bis 2018 sollen weitere 18 Millionen Euro in den Standort gesteckt werden, hat Firmeninhaber Michael Böllhoff bei der Halleneinweihung angekündigt, an der auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) teilgenommen hat. Das Unternehmen profitiere vom Trend bei der Leichtbauweise in der Automobilindustrie, aber auch von den "außerordentlichen Leistungen der Menschen vor Ort", würdigte Böllhoff - und auch den Standort: "Wir fühlen uns wohl in Sonnewalde."

Für Bürgermeister Werner Busse (CDU) wiederum ist "Böllhoff ein Segen für unsere Stadt" und einer der wenigen "Lichtblicke", auf die Sonnewalde auf dem großen Gewerbegebiet vor den Toren der Stadt verweisen kann. Er schenkte Seniorchef Dr. Wolfgang Böllhoff symbolisch ein kleines Bäumchen, im Herbst will man auf dem Firmengelände gemeinsam einen richtigen Baum pflanzen, in der Hoffnung, "dass Böllhoff mit Sonnewalde immer verwurzelt bleibt", so Busse.