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Infrastruktur
Ein Praktiker an der Spitze des IHK-Verkehrsausschusses

Gerd Schmidt will die Politik zu mehr Tempo beim Ausbau der Infrastruktur in der Lausitz drängen.
Gerd Schmidt will die Politik zu mehr Tempo beim Ausbau der Infrastruktur in der Lausitz drängen. FOTO: pr / LR
Cottbus. Der Busunternehmer Gerd Schmidt aus Lauchhammer ist einstimmig in das Verkehrgremium der Cottbus Kammer gewählt worden. Er fordert mehr Tempo für den Infrastruktur-Ausbau in der Lausitz. Von Christian Taubert

Der neue Chef des Verkehrsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus Gerd Schmidt fordert mehr Tempo beim Ausbau der Infrastruktur in der Lausitz. Das ist aus seiner Sicht vor dem Hintergrund der aktuell prognostizierten Verdoppelung des Transportaufkommens bis 2050 auch dringend notwendig.

Gerd Schmidt kommt aus der Praxis. Er leitet als Geschäftsführer die Busverkehr Gerd Schmidt GmbH und die Firma Taxi / Fahrschule / Busverkehr Schmidt in Lauchhammer, Schwarzheide, Senftenberg und Dresden. Im IHK-Gremium ist er einstimmig zum Vorsitzenden gewählt worden.

„Wir wollen Themen voranbringen, die unsere Verkehrsunternehmer in der Region bewegen“, erklärte Schmidt nach der Wahl. „Dazu zähle ich den unbedingt erforderlichen Infrastrukturausbau in der Region. Genauso muss in die zielorientierte Berufsausbildung im Verkehrssektor intensiviert werden, um dem akuten und künftigen Berufskraftfahrer-Mangel entgegenzuwirken.“

Für den Unternehmer ist Mobilität in einer globalisierten Wirtschaft wichtige Voraussetzung für Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung. „Deshalb muss auch der Großflughafen BER in Schönefeld schnellstmöglich fertig gebaut werden, damit sich die Wirtschaft in der Region weiter entwickeln kann", sagt der IHK-Ausschusschef.

Zu den vordergründigen Themen der Ausschussarbeit sollen gehören:

Der Ausbau aller Ortsumfahrungen entlang der Bundesstraße 169 und die Offenhaltung für den Lkw-Verkehr. Der durchgängige Ausbau der B 87 und der dreistreifige Ausbau der Autobahn 13 zwischen Lübbenau und Berlin.

Auf der Schiene geht es jezt um die Elektrifizierung der Strecke Cottbus-Horka-Görlitz. Hinzu komme die Aufnahme des Güterverkehrszentrums „Schönefelder Kreuz“ in den Landesentwicklungsplan Brandenburg, der Bau eines zweiten Regionalbahngleises im Bahnhof Königs Wusterhausen und die Ertüchtigung der Bahnhöfe für 740-Meter-Güterzüge. Augenmerk werde zudem auf die Förderung des kombinierten Verkehrs von Straße und Schiene sowie die Wiederherstellung einer umsteigefreien Direktverbindung der Lausitz an den Flughafen Schönefeld/BER gelegt.

Für den Flughafen BER wird die IHK eine Verkehrsanalyse zu den Flughafenumfeldanbindung mit bedarfsgerechtem Infrastrukturausbau und die Schaffung eines intelligenten Verkehrsleitsystems erstellen. Der Ausschuss will sich stärker dem Fachkräfteproblem bei Berufskraftfahrern widmen und sich die Themen Digitalisierung, Elektromobilität und autonomes Fahren, Breitbandausbau und schnelles Internet für alle Unternehmen bearbeiten.

Zu Stellvertretern im IHK-Verkehrsausschuss wurden der IHK-Vizepräsident Jürgen Hampel, Inhaber der Hampel-Transporte in Schraden, und Bernd Niederdrenk von der Nagel-Group/DISTRIBUTA Consulting in Königs Wusterhausen gewählt.