Von Christian Taubert

Zwei Ansiedlungserfolge innerhalb von zwei Wochen für die Lausitz – in diesem Rhythmus könnte es für Maik Bethke weitergehen. Der Leiter des Geschäftsbereiches Standortpolitik der IHK Cottbus verweist auf die in der Vorwoche erfolgte Ansiedlungszusage der japanischen Fuji Oil. Sie will in Golßen (Dahme-Spreewald) die Produktion von Nahrungsergänzungsmitteln aufbauen. Und jetzt sagt das Umwelttechnik-Unternehmen Tradebe aus Spanien ein Engagement in der Lausitz am Chemiestandort Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) zu, wie die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) am Freitag in Potsdam bekannt gab.

Die Spanier, die auf ihrem Gebiet international unterwegs sind, haben sich auf die Rückgewinnung von Lösungsmitteln und anderen chemischen Verbindungen aus industriellen Produktionskreisläufen spezialisiert. Am BASF-Standort Schwarzheide wollen sie in den Aufbau einer Produktionsanlage zehn Millionen Euro investieren. Damit verbunden sind zunächst 17 Arbeitsplätze. „Die Ansiedlung von Tradebe ist ein weiterer Beleg dafür, dass auch internationale Unternehmen dorthin gehen, wo Bestandsunternehmen aktiv sind“, betont Maik Bethke. Dort seien Partner auf kurzen Wegen erreichbar, „man ist gut vernetzt“. Zudem zeige das Tradebe-Engagement, „dass die Lausitz attraktiv ist, um Weltmarktführer in die Region zu holen“. Das unterstreicht der Werkleiter der Tradebe GmbH Volker Sernau: „Die Lausitz und speziell Schwarzheide sind sehr industriefreundlich. Daher fühlen wir uns hier sehr gut aufgehoben.“

Für Brandenburgs Wirtschaftsminister Professor Jörg Steinbach (SPD) stärkt diese Ansiedlung durch Synergien mit der BASF den Standort Schwarzheide. „Damit kann der Industriepark noch besser seiner Verantwortung beim Strukturwandel in der Lausitz gerecht werden“, sagt Steinbach weiter. WFBB-Geschäftsführer Steffen Kammradt hebt hervor, dass Tradebe zu den internationalen Marktführern auf dem Gebiet der Umwelttechnik gehört. „Wir freuen uns sehr, dass sich dieses globale Unternehmen für Brandenburg entschieden hat“, erklärt Kammradt und fügt hinzu: „Wir werden das Unternehmen in seiner weiteren Entwicklung mit den Angeboten der Wirtschafts- und Arbeitsförderung unterstützen.“

Der BASF-Standortleiter Jürgen Fuchs freut sich darüber, dass Tradebe von den Vorteilen in Schwarzheide überzeugt werden konnte. „Wir schätzen uns glücklich, dass wir zusätzliches Know-how für Nachhaltigkeit bei der Entsorgung von Industrieabfällen gewinnen“, sagt Fuchs. Vor dem Hintergrund des Strukturwandels in der Region lässt der Lausitzbeauftragte der Potsdamer Staatskanzlei Klaus Freytag keinen Zweifel, dass die Tradebe-Ansiedlung ein wichtiger Mosaikstein für die Zukunft der Westlausitz ist. „Wir müssen dort wachsen und neue Industriearbeitsplätze schaffen, wo wir Kompetenz haben“, sagt Freytag. Es gehe darum, an den etablierten Mittelstand in der Region anzudocken. Der Industriestandort Schwarzheide rücke zudem seinem Anspruch ein Stück näher, so Freytag, „die Industrieprozesse grün zu machen“.