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| 07:25 Uhr

Zürich/Düsseldorf
Nestlé und Edeka legen Rabatt-Streit bei

Zürich/Düsseldorf. Die wegen des Boykotts verbannten Produkte wi Maggi und Buitoni sollen bald wieder im Regal stehen.

Die wegen des Boykotts verbannten Produkte wie Maggi und Buitoni sollen bald wieder im Regal stehen.

Nach langem Ringen hat sich der Lebensmittel-Riese Nestlé mit sechs europäischen Einzelhändlern geeinigt. Damit sind die Produkte des Schweizer Nahrungsmittelherstellers mit Marken wie Maggi, Buitoni und Nesquik künftig wieder in den Regalen der Händlerallianz vorhanden, wie beide Seiten erklärten. Der Streit dreht sich ums Geld: Die Allianz um den deutschen Handelskonzern Edeka wollte die Preisforderungen des Schweizer Multis nicht akzeptieren. Nun sprach Nestlé von einer "ausgewogenen Einigung", ohne Details zu nennen. Edeka und Coop erklärten den Boykott von Nestle-Produkten für beendet. "Wir gehen jetzt wieder in den Normalbetrieb", sagte ein Edeka-Sprecher.

Die sechs Händler hatten vor einigen Monaten begonnen, einige Nestlé-Produkte sukzessive aus den Regalen zu nehmen, um so in den laufenden Preisverhandlungen den Druck zu erhöhen. Dass bei diesen regelmäßig stattfindenden Gesprächen erbittert gerungen wird, ist Experten zufolge nicht ungewöhnlich. Für Aufsehen sorgte jedoch der öffentliche Produktboykott. Der Schweizer Einzelhändler Coop stellte nun Rabatt-Aktionen in Aussicht. "Das Ergebnis der Verhandlungen werden wir unseren Kunden weitergeben in Form von Aktionen auf alle Nestlé-Produktegruppen", erklärte ein Sprecher.

Der Preiskampf schwelte seit September. Hersteller wie Nestle spielen dabei die Macht ihrer Marken aus. Mehrere starke Marken in einer Kategorie helfen Lebensmittelfirmen etwa, den Preis für eine Produktgruppe vorzugeben. Umgekehrt sind die Hersteller für ihren Erfolg im Markt auch auf die Einzelhändler angewiesen. Besonders schwierig waren die Verhandlungen auch deshalb, weil sich die Machtverhältnisse in der Branche verändern: Mit dem Vormarsch von Online-Anbietern wie Amazon werden die Karten zwischen Herstellern, Einzelhändlern und Konsumenten neu gemischt. Analysten der Zürcher Kantonalbank erklärten: "Es ist zu hoffen, dass Nestlé nicht zu viele Zugeständnisse machen muss, weil dann der Druck auch von den anderen Händlern nochmals zunehmen würde." Die Sorge teilten offenbar die Anleger: Die Nestle-Aktie gab um gut ein Prozent nach.

(rtr)