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| 09:39 Uhr

Nachwuchsprobleme
Post will Schulabgänger mit vollem Einstiegsgehalt ködern

Berlin. Einem Medienbericht zufolge will die Deutsche Post ihre Nachwuchsprobleme bei den Briefträgern offenbar mit einem neuen Einstiegsprogramm für junge Mitarbeiter lösen. Insbesondere das Gehalt zu Beginn ist dabei deutlich höher als bisher.

Das Unternehmen biete Schulabgängern an, direkt bei vollem Einstiegsgehalt als Zusteller zu arbeiten, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf vertrauliche Konzernunterlagen. Anders als bei der zweijährigen klassischen Postbotenausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienste (FKEP) soll demnach sofort das Einstiegsgehalt als Zusteller von 2172 Euro gezahlt werden.

Das ist den Angaben zufolge mehr als doppelt so viel wie bei der FKEP-Ausbildung. Dort liegt das Gehalt demnach ab Oktober bei 820 Euro im ersten Lehrjahr. Beim neuen Angebot erfolge der Einstieg bei der Post direkt als Vollzeitmitarbeiter.

Wer dann nach drei Monaten einen internen Wissenstest bestehe, dürfe sich zertifizierter Zusteller nennen, berichtete die Zeitung aus dem Entwurf einer Konzernbetriebsvereinbarung. Daneben biete die Post weiterhin die klassische FKEP-Ausbildung an. Für beides suche das Unternehmen in diesem Jahr 1500 junge Menschen.

Während die Post ihr neues Modell als "innovatives Konzept" lobe, seien Betriebsräte und Gewerkschaften nicht begeistert, berichtete die "Bild am Sonntag". Sie sprechen demnach von einer Schmalspurqualifikation und fürchten, dass sich die Post absehbar ganz aus der Postbotenausbildung verabschiedet. Bislang weigern sich die Betriebsräte dem Bericht zufolge, die Konzernbetriebsvereinbarung zu unterschreiben.

(felt)