Von Jan Siegel

Die Deutsche Bahn steht wegen ihrer permanenten Unpünktlichkeit vor allem im Fernverkehr gewaltig großem Druck. Milliardeninvestitionen sollen die Infrastruktur, die in den zurückliegenden Jahrzehnten immer weiter zusammengespart worden war, jetzt kräftig aufpeppen. Vor einigen Tagen kündigte das bundeseigene Unternehmen nun an, eine halbe Milliarde Euro in ihre ICE-Werke zu investieren und dabei auch insgesamt 1000 neue Stellen zu schaffen.

Weil in der aktuellen Ankündigung der Standort Cottbus keine Rolle spielt, fragten RUNDSCHAU-Leser, ob die vor einigen Wochen gemachten ICE-Wartungs-Versprechen für das Instandhaltungswerk der Bahn in der Lausitzmetropole jetzt „still und heimlich“ den neuen Investitionen zum Opfer fallen.

„Die geplanten Investitionen in Cottbus sind davon völlig unberührt“, sagte eine Bahnsprecherin auf Nachfrage. „Das Werk in Cottbus wird wie geplant ausgebaut.“ Bei den jetzt angekündigten Investitionen in den ICE-Werken an den großen Bahnknoten beispielsweise in Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt am Main handle es sich um ein anderes Wartungssegment. Dorthin kämen die Züge zur nächtlichen Reinigung, für kurzzeitige laufende Wartungen und das Auffüllen von Betriebsstoffen und Verbrauchsmaterialien. Dazu würden neue Hallen und mehr Abstellgleise gebraucht.

Das Instandhaltungswerk der Bahn in Cottbus aber ist im Visier für Hauptinstandsetzungen und die schwere Wartung. Dabei werden Züge nach einer festgelegten Laufzeit komplett zerlegt und für die nächsten Jahre auf Vordermann gebracht. Das erfordert vor allem viele hochqualifizierte Mitarbeiter. Unter anderem dafür ist in Cottbus der Bau einer komplett neuen Halle vorgesehen. Entstehen soll in Cottbus außerdem ein Technologiezentrum, das die Bahn auch technologisch in die Zukunft bringen soll.

Neue Betätigungsfelder, neue Jobs Aufbruchstimmung im Bahnwerk Cottbus

Cottbus