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| 12:00 Uhr

Nach dem Dürrejahr 2018
Die Futterpreise sind noch immer auf Rekordniveau

 Trockenheit und Hitze sind wichtig in der Heu-Zeit. Zwischendurch aber muss es ordentlich regnen, damit das Gras mindestens zweimal pro Saison gemäht werden kann.  Foto: Hildenbrand/dpa
Trockenheit und Hitze sind wichtig in der Heu-Zeit. Zwischendurch aber muss es ordentlich regnen, damit das Gras mindestens zweimal pro Saison gemäht werden kann. Foto: Hildenbrand/dpa FOTO: dpa / Karl-Josef Hildenbrand
Cottbus. Das extrem trockene Jahr 2018 wirkt noch immer nach. Nicht nur Landwirtschaftsbetriebe auch private Tierhalter spüren die Folgen bis heute. Und das kann noch länger so bleiben. Von Jan Siegel

(si) Das Jahrhundert-Dürrejahr 2018 wirkt noch immer nach. Nicht nur Landwirtschaftsbetriebe in Brandenburg und Sachsen spüren die Auswirkungen. Pferdebesitzer oder private Halter von Schafen beispielsweise müssen seit dem vergangenen Jahr extrem tief in die Tasche greifen, wenn sie frisches Heu oder Stroh für ihre Tiere bevorraten wollen. Kostete ein Ballen Heu davor um die 30 Euro sind die Preise inzwischen nicht selten auf das Dreifache gestiegen. Bis zu 100 Euro pro Ballen werden aufgerufen. Hauptgrund dafür war vor allem eine ausgefallene zweite Grasmahd im vorigen Jahr. Nach dem ersten Schnitt waren die Halme im Dürresommer in weiten Teilen Deutschlands nicht nachgewachsen.

Der Bauernverband Südbrandenburg rechnet in den Landwirtschaftsbetrieben mit einem weiteren Abbau der Tierbestände, weil viele Betriebe nach wie vor Probleme mit der Futterversorgung haben. Problematisch gestaltet sich schon jetzt die Situation beim Mais, als eine wichtige Futtergrundlage. Wenn die Futterreserven aus dem Vorjahr aufgebraucht seien, bliebe oft nur noch der Weg in den Schlachthof.

Nach Auskunft von Brandenburger Futterhändlern ist die erste Mahd in diesem Jahr relativ gut gelaufen. Einige Landwirte konnten nach Auskunft des Bauernverbandes Südbrandenburg in diesem Jahr bereits ein zweites Mal mähen. Das hatten einige Betriebe signalisiert. Aktuell aber herrsche Wachstumsstillstand. Vielerorts seien Grünflächen inzwischen schon wieder versteppt. Das ist wohl auch einer der Gründe dafür, dass die Futterpreise bisher weiter auf dem hohen Niveau des Vorjahres verharren. In diesen Tagen entscheidet sich, ob sich die Lage auf dem Futtermarkt wieder ein bisschen entspannt. Nach einem Wachstumsstillstand in den zurückliegenden Wochen ist nicht ausgeschlossen, dass der Regen der vergangenen Tage positive Wirkungen zeigt. Harte Prognosen aber wagt derzeit noch niemand.