Es gelte nun, ein seriöses und zukunftsfähiges Angebot herauszufiltern.
Der bisherige Eigentümer, der malaysische Konzern Hong Leong Industries, hatte zuletzt fünf Millionen Euro als Preis für den Verkauf genannt. Der Konzern hatte Anfang Juni angekündigt, das Werk nach jahrelangen Verlusten Ende Dezember zu schließen, falls bis dahin kein Investor gefunden wird. Die Asiaten waren 1996 beim ältesten Motorradbauer der Welt eingestiegen.
Die Kaufanfragen kämen von branchenfremden wie -nahen Unternehmen, aus dem In- und Ausland, auch aus Sachsen und der Region, sagte Betriebsratschef Dögnitz. "Wir wollen einen Neuanfang. Dafür muss ein Investor nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Geld für Neuentwicklungen mitbringen." Unterstützung erhält das Werk von der Landesregierung.
Derzeit arbeiten noch 40 Beschäftigte bei MZ. Die Produktion läuft planmäßig bereits zum Monatsende aus. Lediglich im September, wenn nach den Sommerferien noch einige Bauteile aus Italien erwartet werden, sollen noch einmal kurzzeitig Motorräder montiert werden.
Ein möglicher Käufer ging mit seinem Angebot gestern an die Öffentlichkeit. Der Geschäftsführer der Wankel AG aus Kirchberg bei Zwickau, Mario Häberer, kündigte in der "Freien Presse" an, MZ übernehmen und künftig ein Sportmotorrad mit Wankelmotor bauen zu wollen. Häberer hat 2002 die Wankel-Konkursmasse aufgekauft. Motoren produziert er aber bislang nach eigenen Angaben nur in kleiner Stückzahl. Seine Motoren sind nicht zu verwechseln mit denen der Cottbuser Wankel Super Tec, die eigene Wankelantriebe für den Betrieb mit Dieselkraftstoff entwickelt hat.
Häberers Finanzierungskonzept, das laut Zeitung auf langfristigen Darlehen, Bürgschaften des Landes und einer Beteiligungsgesellschaft beruht, überzeugt viele MZ-Beschäftigte aber offenbar nicht. "Täglich gibt es ein bis zwei Delegationen, die sich durch den Betrieb führen lassen", sagte ein leitender MZ-Mitarbeiter. Darunter seien viele, die einfach nur "heiße Luft" verbreiteten, aber nicht das finanzielle Potenzial für die Rettung von MZ haben. Er sei trotzdem sehr optimistisch, dass das Werk nicht geschlossen werden muss. (dpa/ck)