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VW-Chef
Müller nennt Abgastests "unethisch und abstoßend"

VW-Konzernchef Matthias Müller hat umstrittene Versuche beim Test von Dieselabgasen als inakzeptabel bezeichnet.

"Die damals von der EUGT in den USA praktizierten Methoden waren falsch, sie waren unethisch und abstoßend. Mit Interessensvertretung oder wissenschaftlicher Aufklärung hatte das nichts, gar nichts zu tun", sagte Müller am Montagabend in Brüssel. "Mir tut es leid, dass Volkswagen als einer der Träger der EUGT an diesen Vorgängen beteiligt war. [...] Es gibt Dinge, die tut man schlicht nicht." Es müssten nun "alle nötigen Konsequenzen" gezogen werden.

Volkswagen hatte sich am Wochenende bereits für die in den USA durchgeführten Versuche entschuldigt, bei denen Affen gezielt Schadstoffen ausgesetzt worden waren. Die Tests waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat.

Die EUGT ("Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor") - eine von VW, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative - hatte die Studie zu diesem Zweck beim US-amerikanischen Lovelace Respiratory Research Institute in Auftrag gegeben. Dem Studienleiter zufolge war VW dabei federführend.

In dem Zusammenhang kam zudem der Verdacht auf, dass es Schadstofftests nicht nur mit Affen, sondern auch mit Menschen gegeben haben soll. Er ging aus einem Report des Lobby-Instituts EUGT hervor, über den "Stuttgarter Zeitung" und "Süddeutsche Zeitung" berichteten. Der zuständige Institutsleiter Thomas Kraus von der Universität Aachen wies den Vorwurf zurück: eine entsprechende Studie befasse sich nicht mit der Dieselbelastung von Menschen.

(wer)