Mit digital aufbereiteten alten Akten will Sachsen potenziellen Bergbauinvestoren die Suche nach Bodenschätzen am Computer ermöglichen. Rund zwei Akten-Kilometer, die geologische Untersuchungen auf der gesamten Landesfläche dokumentieren und im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Freiberg schlummern, sollen für das Internet aufbereitet werden.

In den Akten gibt es Informationen über die Beschaffenheit des Untergrundes. Der erste Teil des Projektes betrifft ein etwa 740 Quadratkilometer großes Gebiet im Mittleren Erzgebirge und ist laut Projektleiterin Katrin Kleeberg etwa zur Hälfte geschafft. Er soll Ende 2016 abgeschlossen sein.

Einzigartiges Schlüsselprojekt

Die Digitalisierung hat 2013 begonnen. Das Gesamtprojekt ist laut Kleeberg auf etwa zehn Jahre angelegt und mit etwa 20 Millionen Euro veranschlagt. Es sei das Schlüsselprojekt der Sächsischen Rohstoffstrategie und bundesweit einzigartig. Zudem wird in weiteren Archiven nach noch nicht erfassten Dokumentationen geforscht.

Die Daten sollen es den Bergbauunternehmen erleichtern, bekannte Erz- und Spatlagerstätten nach wirtschaftlichen Kriterien zu bewerten, um alte Bergbaureviere eventuell neu zu erschließen. Im Landesamt werden seit dem Jahr 1785 die Dokumentationen zu Bodenbohrungen sowie Bohrkerne - in Holzkisten lagernd - aufbewahrt. Die ältesten Kerne sind nach Angaben des stellvertretenden Archivleiters Tobias Duteloff etwa 100 Jahre alt. Die tiefste Bohrung in Sachsen erreichte fast 2000 Meter. Mit ihr wurde 1963 in der Oberlausitz nach Kupfer gesucht.

"Wir haben Daten zu rund einer halben Million Bohrungen", sagt Duteloff. Das sei statistisch gesehen im Schnitt alle 200 Meter eine. Jedes Jahr kämen etwa 10 000 neue hinzu. Es gebe sie nicht nur im Bergbau, sondern etwa auch bei Baugrunduntersuchungen für den Straßenbau, für Wohnhäuser oder dem Bau von Geothermieanlagen.

Erst im Jahr 2013 war in Niederschlag bei Oberwiesenthal im Erzgebirge ein neues Bergwerk für Fluss- und Schwerspat in Betrieb gegangen. Aktuell hat das Oberbergamt in Freiberg in 18 Fällen eine Erlaubnis zur Erkundung von Lagerstätten erteilt. Für Pöhla (Wolfram, Zinn) sowie Schleife (Kupferschiefer) in der Oberlausitz gibt es Bewilligungen zum Abbau.