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Mit doppelter Haushaltsführung lässt sich die Steuerlast senken

Über eine ordentliche Steuererstattung können sich all diejenigen freuen, die aus beruflichen Gründen zwei Haushalte unterhalten. Denn dann kann das Finanzamt an den Ausgaben für Miete, Heimfahrten und Telefon beteiligt werden. bbr

Seit 2014 akzeptieren die Finanzbeamten Ausgaben für die Zweiwohnung allerdings nur noch bis 1000 Euro im Monat. Im Betrag enthalten sind Miete, Betriebskosten sowie Ausgaben für eine Garage. "Neu ist auch, dass sich Steuerzahler seit 2014 an den Kosten der Hauptwohnung beteiligen müssen", sagt Peter Pomian von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe in Cottbus.

Lange Zeit akzeptierten die Finanzämter eine doppelte Haushaltsführung nur, wenn der Anlass für die beiden Haushalte beruflich bedingt war. Also, wenn jemand wegen eines Jobs eine Zweitwohnung in einer anderen Stadt genommen hat.

Seit 2009 können Steuerzahler jedoch auch Ausgaben für zwei Haushalte steuerlich geltend machen, wenn sie den Wohnsitz vom Arbeitsort wegverlegen und die bisherige Wohnung als Zweithaushalt nutzen. Beispielsweise, wenn Leute aufs Land ziehen oder in einer anderen Stadt eine Immobilie erben. Nicht nur Verheiratete, auch Ledige können eine doppelte Haushaltsführung verrechnen. Sie müssen jedoch einen eigenen Hausstand unterhalten und sich an den laufenden Kosten der Hauptwohnung beteiligen. Dort sollte auch der Lebensmittelpunkt sein. Das ist beispielsweise dann gegeben, wenn Familie, Freunde oder der Lebensgefährte dort wohnen. Wichtige Indizien sind auch die Anzahl der Heimfahrten und Größe und Ausstattung der Zweitwohnung.

Haben die Finanzbeamten die doppelte Haushaltsführung akzeptiert, können Steuerzahler beispielsweise eine Heimfahrt in der Woche verrechnen. "Wer am Wochenende nicht nach Hause fährt, kann alternativ die Ausgaben für ein 15-minütiges Telefonat steuerlich geltend machen", sagt Peter Kauth von Steuerrat24.de. In den ersten drei Monaten akzeptieren die Beamten zudem einen Verpflegungspauschbetrag.