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| 01:02 Uhr

Minijobs bremsen Schwarzarbeit

Tübingen.. Die Ausweitung der Minijobs und andere Arbeitsmarktreformen dämmen die Schwarzarbeit in Deutschland weiter ein.

Im laufenden Jahr werde das Volumen der Schattenwirtschaft voraussichtlich um zehn Milliarden Euro oder um 2,8 Prozent auf rund 346 Milliarden Euro schrumpfen, berichteten der Linzer Professor Friedrich Schneider und das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) gestern aus einer aktuellen Prognose. Dies wäre bereits der zweite Rückgang in Folge: Schon 2004 war die Schattenwirtschaft in Deutschland geschrumpft. Zuvor hatte sie 2003 mit geschätzten 370 Milliarden Euro ihren historischen Höchststand erreicht.
Damit verbessere sich auch das Verhältnis zum offiziellen Bruttoinlandsprodukt (BIP), erklärte der international anerkannte Schattenwirtschaftsexperte Schneider. 2005 werde der Anteil der Schwarzarbeit am BIP bei etwa 15,6 Prozent liegen und damit so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Im vergangenen Jahr waren es demnach noch 16,4 Prozent und 2003 sogar 17,4 Prozent.
„Ein wesentlicher Grund für diese Trendwende ist in den Reformmaßnahmen der letzten Jahre zu sehen“ , die unmittelbar an den Hauptursachen von Schwarzarbeit angesetzt hätten, betonte IAW-Geschäftsführer Harald Strotmann. Er nannte die hohe Belastung von regulärer Arbeit mit Steuern und Abgaben sowie die starke Regulierung des Güter- und Arbeitsmarktes. Allein die Ausweitung der Minijobs lasse das Volumen der Schattenwirtschaft 2004 und 2005 voraussichtlich um 15 bis 20 Milliarden Euro sinken, schätzt das IAW. Positiv hätten sich auch die Lockerung des Kündigungsschutzes für kleinere Betriebe, der Trend zu längeren Arbeitszeiten, die Reform der Handwerksordnung und die Steuersenkungen ausgewirkt. Als weniger wirksam habe sich das strengere Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit erwiesen: Es werde den Umsatz mit Schwarzarbeit in diesem Jahr voraussichtlich höchstens um 0,5 bis 1,5 Milliarden Euro zurückgehen lassen. Der Kontrollaufwand sei zu hoch. (afp/B.M.)