| 02:33 Uhr

Minijob? Da geht noch mehr!

Wer einen Minijob übernimmt, sollte genau informiert sein.
Wer einen Minijob übernimmt, sollte genau informiert sein. FOTO: Agentur
Cottbus. In Deutschland arbeiten rund 7,4 Millionen Menschen in einem Minijob, zwei Drittel davon sind Frauen. Oft nehmen sie Nachteile im Arbeitsverhältnis in Kauf, auch aus Unkenntnis zum Beispiel, dass sie Anspruch haben auf den Mindestlohn, bezahlten Urlaub oder geregelte Arbeitszeiten haben. Beate Möschl

Sven Mochmann, Leiter des Jobcenters Cottbus, sieht angesichts der guten Arbeitsmarktlage gute Chancen für geringfügig Beschäftigte, sich zu verbessern.

Mitarbeiter des Jobcenters und der Agentur für Arbeit Cottbus werben verstärkt bei Arbeitgebern, Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umzuwandeln. "Viele scheuen sich davor und argumentieren, dass das für sie zu teuer wird. Dem ist aber gar nicht so", schildert Mochmann und sagt: "Die Umwandlung eines Minijobs in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kann sich rechnen."

Als Beispiel führt er die Beschäftigung in der sogenannten Gleitzone (Midijob) an. "Bei Beschäftigung in der Gleitzone von 450,01 bis 850 Euro im Monat existiert eine besondere Berechnung, die die Beitragsbelastung abmildert", so Mochmann. Die Einkommen seien für die Beschäftigten dann zwar immer noch nicht auskömmlich, um den Lebensunterhalt ohne ergänzende Sozialleistungen bestreiten zu können, aber "sie sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt und häufig ist der Midijob der erste Schritt zur auskömmlichen Beschäftigung".

Das Jobcenter Cottbus betreut derzeit mehr als 10 000 Leistungsempfänger. Mehr als 3000 davon gehen einer Beschäftigung nach und müssen trotzdem Sozialleistungen aufstocken, weil sie nur in Minijobs oder in Teilzeit arbeiten, so der Jobcenter-Chef. Mochmann zufolge geht die Zahl der Minijobs zurück, gleichzeitig steigt die Beschäftigung in der Gleitzone (Midijob) "Jeder zweite Ergänzer hat eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, das heißt er bewegt sich mit seinem monatlichen Einkommen in der Gleitzone zwischen 450,01 und 850 Euro monatlich. Die Entwicklung habe auch mit der guten Situation am Arbeitsmarkt zu tun. "Dadurch können wir Minijobbern neue Perspektiven eröffnen."

Beim Aktionstag am 13. September gibt es im Foyer der Agentur für Arbeit in Cottbus, Bahnhofstraße 10, die Möglichkeit, mit allen zuständigen Ämtern und Organisationen ins Gespräch zu kommen. Von 9 bis 12 Uhr sind Mitarbeiter des Jobcenters und der Arbeitsagentur Cottbus, der Minijob-Zentrale, der Familienkasse, des Sozialamtes und des Jugendamtes Cottbus, vom Lokalen Bündnis für Familie Cottbus und der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg vor Ort. Zusätzlich werden Vorträge zu Minijobs angeboten, die zum Beispiel über Bausteine für die Rente, Kindergeld und Kinderzuschlag bei geringfügiger Beschäftigung informieren und auch Tipps für die Bewerbung geben.

Eine Ausstellung zum Thema informiert bereits ab dieser Woche im Foyer der Agentur für Arbeit Cottbus über Minijob und Wege in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.