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Mineralquellen-Absatz sprudelt kräftig

Freude über Gold von der DLG: Der Geschäftsführer der Mineralquellen Bad Liebenwerda Christian Schindel (l.) und Produktionsleiter Marcus Müller sind auch mit der Bilanz des Unternehmens zufrieden.
Freude über Gold von der DLG: Der Geschäftsführer der Mineralquellen Bad Liebenwerda Christian Schindel (l.) und Produktionsleiter Marcus Müller sind auch mit der Bilanz des Unternehmens zufrieden. FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Abfüller aus Bad Liebenwerda legt erneut zu. Trend zur Glasflasche hält an. Viermal Gold beim Qualitätstest durch die DLG. Frank Claus

Die Zahl lässt kaum Vorstellungen zu: Exakt 187 529 252 Getränkefüllungen sind im Jahr 2016 bei den Mineralquellen in Bad Liebenwerda (Ele-Elster) produziert worden. Etwas mehr Vorstellungskraft erlangt die Millionenzahl, wenn man weiß, dass im Unternehmen Mineralwässer und Süßgetränke in 0,5-, 0,7-, 1,0- und 1,5-Liter-Flaschen abgefüllt werden. Genauere Angaben zu Umsatz und Gewinn gibt das Unternehmen nicht heraus.

Im Vergleich zum Rekordjahr 2015, wo sich der Getränkehersteller über einen zehnprozentigen Absatzzuwachs im Vergleich zum Vorjahr freuen konnte, nimmt sich 2016 nach Firmenangaben noch erfolgreicher aus. "Dabei", so Geschäftsführer Christian Schindel, "hat das Jahr verhalten begonnen. Aber der warme September hat noch mal einen richtigen Schub gebracht." Weitere 4,2 Prozent mehr als 2015 stünden zu Buche.

Eindeutiger Gewinnbringer seien die Mineralwässer, wobei die Produkte mit wenig oder ohne Kohlensäure in der Gunst der Verbraucher am stärksten steigen würden. Nach Angaben des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen sei 2016 das Wasser mit wenig Kohlensäure mit abgesetzten 4,9 Milliarden Litern die beliebteste Mineralwassersorte, gefolgt vom klassischen Sprudel (4,4 Milliarden Liter) gewesen. Rund 149 Liter Mineralwasser werden nach Angaben der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) jährlich pro Kopf in Deutschland getrunken. Rückläufig sei der Anteil der Süßgetränke, der Schorlen etwa. "Doch auch da haben wir mit unserer neuen Apfel-Direktsaftschorle ,Lausitzer Ernte‘ einiges auffangen können", so der Chef des 215-Mitarbeiter-Unternehmens in Bad Liebenwerda.

Noch einen Trend beobachten die Mineralwasser-Hersteller in der brandenburgischen Kurstadt mit Genugtuung. Füllungen in Glasflaschen würden immer mehr nachgefragt. Aussehen, Klarheit, Geruch und Geschmack würden in Glasbehältern am besten erhalten bleiben. Außerdem habe die neue, attraktive 1-Liter-Glasflasche in der Sechser-Kiste einen wahren Siegeszug angetreten. Sie sei sowohl in Gaststätten als auch im privaten und öffentlichen Bereich zu einem "Accessoire" geworden, das auf dem Tisch stehen bleiben könne. "Die herkömmliche Plastikflasche ist ja meist eher in Kühlbehältnissen verschwunden", weiß der Geschäftsführer.

Und dennoch wird das Unternehmen in diesem Jahr 5,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, um im PET-Bereich unter anderem in eine neue Blasmaschine zu investieren. "Wir müssen am Markt flexibel sein und alle individuellen Bedürfnisse erfüllen", sagt Christian Schindel. Schulkinder und Frauen würden oft eine 0,5-Liter-PET-Flasche bei sich führen, Familien würden die 12er-PET-Kisten stark nachfragen, und auch die 1,5-Liter-Flaschen würden sich großer Beliebtheit erfreuen.

Ein großes betriebswirtschaftliches Problem seien noch immer die vielen unterschiedlichen Gebinde und Behältnisse, die inzwischen auf dem Markt existieren. Diese Individualität beschere dem Unternehmen einen hohen Sortieraufwand. Der Energiewende stelle sich das Unternehmen ebenso: "Als mehrwegorientiertes Unternehmen bekennen wir uns klar zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen. Als logische Konsequenz hierauf produzieren wir alle unsere Artikel ab dem 1. März ausschließlich mit Ökostrom", sagt der Geschäftsführer.

Und auch unabhängigen Kontrollen, wie etwa der DLG-Qualitätsprüfung, wolle man sich weiterhin unterziehen. Beim jüngsten Test - die DLG-Experten prüften deutschlandweit 250 Wässer - haben die von der Mineralquellen Bad Liebenwerda GmbH eingereichten vier Mineralwässer "Spritzig", "Medium", "Sanft" und "Naturell" alle DLG-Gold erhalten. "Die Verbraucher achten sehr wohl auf dieses Qualitätssiegel", sagt Mineralquellenchef Christian Schindel. Trotz des eigenen akribischen Labors würde sich der Getränkehersteller ständig diesen unabhängigen Kontrollen unterziehen. "Die Ergebnisse sind Bestätigung der Qualitätsarbeit unserer Mitarbeiter", so Christian Schindel.

Zum Thema:
Um die Qualität des Wassers zu testen, werden die Proben in den Brunnenbetrieben abgefordert und nach Angaben von Thomas Burkhardt, Bereichsleiter im DLG-Testzentrum Lebensmittel, von fünf Sachverständigen in einer sensorischen Prüfung bewertet. Dabei würden die Wässer in neutralen Behältnissen gereicht. Chemisch-physikalische und mikrobiologische Prüfungen im Labor ergänzen nach DLG-Angaben die Tests. PET-Flaschen würden besonders unter die Lupe genommen, um den Kohlesäureverlust in einem Zeitabstand von zwei Monaten zu untersuchen. Stichprobenweise würden auch Wässer aus dem Markt, zum Beispiel aus Getränkegroßhandlungen dazugenommen "und als Konterproben dazugestellt", so Thomas Burkhardt. Zwischen 600 bis 700 Euro pro Sorte betrage die von den Unternehmen zu entrichtende Prüfungsgebühr.