Wie das Institut am Montag mitteilte, erwägen knapp 40 Prozent der betroffenen Ost-Firmen eine Anhebung ihrer Preise, fast 27 Prozent denken über einen Personalabbau nach. Im Westen seien es nur 21 Prozent beziehungsweise 20 Prozent.

Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) wird aber der ab Januar geltende Mindestlohn den Aufschwung am Arbeitsmarkt insgesamt nicht abwürgen.

"Der flächendeckende Mindestlohn bringt erhebliche Einschnitte insbesondere für kleine und mittlere Betriebe der ostdeutschen Wirtschaft mit sich", erklärte Joachim Ragnitz, stellvertretender Geschäftsführer der Dresdner Ifo-Vertretung. Das Institut hatte im November bei seiner Konjunkturbefragung auch das Thema Mindestlohn angesprochen, wobei die befragten Unternehmen ihre Betroffenheit formulieren sollten. Knapp 600 äußerten sich.

Insgesamt zeigt sich eine prozentual stärkere Betroffenheit ostdeutscher Firmen (43 Prozent) im Vergleich zu ihren westdeutschen Pendants (24 Prozent). -"Nicht verwunderlich, da das allgemeine Lohnniveau in Ostdeutschland niedriger liegt und deswegen ein einheitlicher Mindestlohn eine größere Zahl an Beschäftigten betrifft", erklärte das Ifo-Institut. BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte der "Passauer Neuen Presse", dass es einige Unternehmen in bestimmten Regionen und Branchen vor allem in Ostdeutschland zwar schwer haben werden, die Mehrkosten durch den Mindestlohn wieder hereinzuholen: "Das könnte Arbeitsplätze gefährden."

Insgesamt dürfte nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten der Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde aber auch dazu führen, dass sich einige Stellen künftig sogar schneller besetzen lassen, wenn sie durch bessere Entlohnung attraktiver werden.