Cottbus / Bautzen. Für Menschen wie Heinz-Wilhelm Müller, den Chef der Arbeitsagentur Cottbus, ist ein Glas immer halb voll, niemals halb leer. Daher legte er bei der jüngsten Präsentation der Arbeitsmarktdaten auch Wert auf die Feststellung, dass es seit 22 Jahren nicht eine derartig niedrige Arbeitslosenquote im Dezember gegeben habe. "10,5 Prozent und damit 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahr, das ist beachtlich", so der Cottbuser Agenturchef. So waren immerhin 1400 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr.

Der saisonübliche Anstieg von November auf Dezember fiel für den Agenturbezirk Cottbus mit 0,5 Prozent vergleichsweise moderat aus. "Hier konnten wir vom milden Winter profitieren", so Müller. Brandenburgweit stieg die Arbeitslosenquote sei November um 0,4 auf 9,6 Prozent. Bundesweit lag die Quote im Dezember 2013 bei 6,7 (plus 0,2 Prozent).

In Ostsachsen sieht die Situation ähnlich aus: Die Arbeitslosenquote veränderte sich im Vergleich zum Vormonat November von 9,8 Prozent auf 10,3 Prozent. Im Dezember 2012 lag sie noch bei 10,7 Prozent. Im Agenturbezirk Bautzen waren somit 31 004 Menschen arbeitslos gemeldet. "Der Dezember war in unserer Region geprägt von Menschen, die sich aus saisonalen Gründen arbeitslos meldeten, so Shirin Khabiri-Bohr, Vorsitzende der Geschäftsführung. Betroffen seien insbesondere Arbeitnehmer aus dem Hoch- und Tiefbau, dem Ausbau sowie aus dem Gartenbau.

Heinz-Wilhelm Müller aus Cottbus ergänzt: "Aus diesem Grund ist auch die Situation für Männer etwas schwieriger als für Frauen. Bei den Männern stieg die Arbeitslosigkeit etwas stärker an, da sie in den vermehrt saisonabhängigen Bauberufen arbeiten. Frauen sind eher im Handel oder in Callcentern beschäftigt und dort nicht solchen Schwankungen ausgesetzt."

Immer schwieriger wird es laut Müller, freie Stellen im Agenturbezirk zu besetzen. "Uns wurden zwar im vergangenen Monat nur 886 neue freie Stellen gemeldet, weniger als sonst, aber der Bestand an Stellen ist so hoch, dass wir immer größere Schwierigkeiten haben, diese zu vermitteln", so Müller.

Im Bezirk der Arbeitsagentur Bautzen konnten sich im Dezember 1959 Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Die meisten fingen in den Bereichen Verkauf, Büro und Lebensmittelherstellung an zu arbeiten.