Das Forschungsunternehmen F+B hat die Mietspiegel für 350  deutsche Städte und Gemeinden ab 20 000 Einwohnern ausgewertet. Im Durchschnitt lag der Mietpreis für die Beispielwohnung von 65 Quadratmeter Größe dabei bei 6,92 Euro pro Quadratmeter. Der Mietspiegelindex zeigt, wie stark die einzelnen Städte davon abweichen. München ist die teuerste Großstadt: 10,45 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete müssen gezahlt werden – 51 Prozent mehr als in den Mietspiegelstädten im Schnitt.

Als erste ostdeutsche Stadt taucht Jena auf Platz 76 auf: Mit 6,93 Euro pro Quadratmeter liegen die Mieten in etwa im Bundesschnitt. In Bautzen müssen 76 Prozent des Bundesschnitts gezahlt werden, macht Platz 308 im Ranking.

Andere Lausitzer Städte sucht man indes vergeblich im Mietspiegelindex. Dabei habe etwa Cottbus einen Mietspiegel, wenn auch aus dem Jahr 2011, aber dennoch rechtlich bindend, erklärt Hans-Joachim Kersten, Jurist des Mieterbundes Cottbus-Guben, auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Warum Cottbus in der Analyse nicht auftaucht, erklärt Manfred Neuhöfer von F+B: Es wurden nur Mietspiegel, die sich den letzten zwei Jahren verändert haben, ausgewertet.

Nach dem 2011er-Papier müssen in Cottbus für 65 Quadratmeter große Wohnungen, die zwischen 1969 und 1991 erstmals bezugsfertig waren, 4,77 Euro pro Quadratmeter und für bis 2010 gebaute Wohnungen 6,99 Euro bezahlt werden. Das klingt gut, die Realität sieht aber längst anders aus, weiß auch Jurist Kersten: Für neue Wohnungen seien längst neun bis zehn Euro Nettokaltmiete marktüblich. Und die würden auch anstandslos gezahlt und damit auch die Mietpreise nach oben getrieben. Gefühlt, so Hans-Joachim Kersten, sind die Mieten in Cottbus „definitiv hoch“.

Da fühlt sich das Wohnen im Spreewald noch moderat an: Der Lübbenauer Großvermieter WIS Wohnungsgesellschaft im Spreewald kalkuliert für sein neues Wohnquartier in der Lübbe­nauer Altstadt mit Nettokaltmieten zwischen 7,50 bis acht Euro. Die Wohnungsbaugenossenschaft will ihre Komfortwohnungen für etwa einen Euro weniger pro Quadratmeter anbieten.

In Spremberg und Senftenberg sind zwischen 4,50 bis 7,50 Nettokaltmiete üblich, schätzt der Mieterbund Niederlausitz. Mietspiegel gäbe es keine. Es wäre schon „wünschenswert“, sagt Vorsitzende Birgit Teuber. Das sei für alle gut und transparent. Aber sie verstehe, so ein Mietspiegel sei auch immer eine Geldfrage für eine Stadt. Laut F+B kostet ein qualifizierter Mietspiegel zwischen 50 000  und 80 000 Euro.

Ein detaillierter Blick auf den Mietspiegelindex zeigt im Übrigen auch die großen deutschlandweiten regionalen Unterschiede in der Mietentwicklung auf. So liegen die Steigerungen in Nord- und Ostdeutschland das zweite Jahr in Folge mit 2,5 bis 2,9 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

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