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| 02:35 Uhr

Microsoft mottet Windows XP ein

Der Countdown läuft: Microsoft wird Windows XP bald vom Markt nehmen (hier Steve Ballmer, von 2000 – 2014 CEO).
Der Countdown läuft: Microsoft wird Windows XP bald vom Markt nehmen (hier Steve Ballmer, von 2000 – 2014 CEO). FOTO: dpa
München. Das Betriebssystem Windows XP gehört inzwischen zu den Dinosauriern der PC-Branche. Ab dem 8. April wird es von Microsoft nicht mehr unterstützt – und könnte zum Einfallstor für Hacker und Viren-Angriffe werden. Renate Grimming / dpa/rdh

Vor 16 Jahren hat Microsoft mit der Entwicklung des Betriebssystems Windows XP begonnen, nun wird es eingemottet. Im April stellt Microsoft die Versorgung der Software mit Sicherheits-Updates ein. Dennoch sind bis heute noch zahlreiche Geräte mit dem betagten Oldtimer in Betrieb. In Deutschland lief dem Analysedienst Statcounter zufolge der Oldtimer im Februar noch auf 11,9 Prozent aller Rechner. Am weitesten verbreitet ist das dienstälteste Betriebssystem nach Angaben von Microsoft noch immer bei Privatnutzern.

Allein schon wegen des Alters ist Windows XP nicht mehr alltagstauglich und ohnehin ein Sicherheitsrisiko. "Microsoft hat vor 16 Jahren mit der Entwicklung begonnen, zu der Zeit waren die Sicherheitsanforderungen komplett andere", sagt Christian Illek, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland.

"Über die Risiken sollten sich Anwender jedoch klar sein und etwas tun", sagt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das Ende des Supports komme ja nicht überraschend. Es gebe die Befürchtung, dass bereits gefundene Schwachstellen in der Software von Kriminellen derzeit noch bewusst zurückgehalten und erst nach Ende des Supports aktiv ausgenutzt würden. Was Kriminelle noch in der Pipeline haben könnten, sei ungewiss, sagt auch Microsoft-Manager Oliver Gürtler. Für Unternehmen des Mittelstandes könnte das Probleme bedeuten. Insgesamt schätzt Microsoft, dass bis zu 30 Prozent der insgesamt 60 Millionen Rechner in deutschen Unternehmen noch mit XP laufen. So seien zum Beispiel Attacken möglich, die von traditionellen Antiviren-Programmen gar nicht erkannt werden. Unter den privaten Nutzern könne oder wolle sich aber nicht jeder einen neuen Rechner zulegen, wie es Microsoft empfiehlt, so Gärtner. "Es gibt aber Alternativen", sagt Gärtner, etwa Betriebssysteme anderer Anbieter, zum Beispiel kostenfreie Linux-Systeme. Microsoft gibt Nutzern auf verschiedenen Seiten Ratschläge, wie sie vorgehen können und in welchen Fällen ein Upgrade sinnvoll wäre. Weitere Informationen sowie einen Warnhinweis erhalten Nutzer von Windows XP Home und Professional automatisch, wenn sie die Update-Funktion aktiviert haben.

Befürchtungen um drohende Sicherheitsrisiken an ganz anderer Stelle wurden zuletzt auch laut, da fast alle Geldautomaten in Deutschland mit Windows 2000 und XP laufen. Diese Geräte sind jedoch in der Regel nicht ans Internet angeschlossen.