"Unsere konsequente Internationalisierungsstrategie trägt Früchte", sagte der Vorstandschef Hans-Joachim Körber gestern auf der Hauptversammlung der Metro AG in Düsseldorf. In den nächsten Jahren stünden besonders Osteuropa und Asien im Fokus der Expansion. Der Anteil des Auslandsgeschäftes am Umsatz liegt bei 47 Prozent.

Weiter auf Wachstumskurs
Mit der Auslandsexpansion macht sich Metro zunehmend unabhängiger von der Konsumflaute in Deutschland. Der Konzern, zu dem die Metro-Großhandelsmärkte, die Elek-tronikmärkte MediaMarkt/Saturn, die Praktiker-Baumärkte, die Kaufhof-Warenhäuser sowie die Lebensmittelhändler Real und Extra gehören, bleibe 2004 auf Wachstumskurs, betonte Körber. Weiterhin werde mit Umsatzzuwachs von mindestens sechs Prozent gerechnet. Das Ergebnis je Aktie vor Firmenwertabschreibungen solle um sechs bis zehn Prozent wachsen. Der Konzernumsatz belief sich 2003 auf rund 53,6 Milliarden Euro.
Entscheidende Impulse für eine Belebung des Konsumklimas in Deutschland seien nicht in Sicht, sagte Körber. "Es wird Zeit, dass die Politik in Deutschland klare Ziele formuliert und für die Verbraucher und die Wirtschaft einen klaren Orientierungsrahmen schafft." Während ein Großteil der 2004 geplanten Investitionen des Konzerns von 1,8 Milliarden Euro in die Expansion der Zugpferde Großhandel und Elek-tronikketten fließt, soll die Warenhaustochter Kaufhof vor allem in ihrer Hauptverwaltung in Köln sparen. Kaufhof schrieb im 1. Quartal 2004 einen größeren Verlust als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Außerdem war der Umsatz spürbar gesunken.

Neuer Chefkontrolleur
Die Metro AG hat jetzt einen neuen Chefkontrolleur. Theo Siegert (57) wurde zum neuen Aufsichtsratschef gewählt. Er ist Nachfolger von Günther Hülse (61), der dieses Amt aus persönlichen Gründen aufgibt. Mit Siegert stellt nun erneut der Großaktionär Haniel den Aufsichtsratsvorsitzenden. Beim Duisburger Mischkonzern Haniel ist Hülse Vorstandschef und Siegert Vorstandsmitglied.
Hülse hat aus gesundheitlichen Gründen bereits mehrere Chefposten in Aufsichtsräten an andere Manager abgegeben. Das Familienunternehmen Haniel gilt als einer der Gründungsväter des Handelsriesen und war Ende 2003 mit knapp 19 Prozent an der Metro AG beteiligt. (dpa/rb)