"Wir erwarten, dass es in den nächsten Tagen Gespräche mit der Politik gibt", sagte ein Metro-Sprecher am Montag in Düsseldorf. Er bestätigte, dass sich Konzernchef Eckhard Cordes mit einen Brief bereits an Guttenberg gewandt hat. Erst wenn das Konzept vorliege, könnten die Pläne bewertet werden, hieß es. Aus dem Ministerium war zudem zu erfahren, dass die Gespräche mit dem Karstadt-Mutterkonzern Arcandor über mögliche Staatshilfen fortgeführt würden. Es gehe darum, das Warenhaussegment in Deutschland zukunftsfest zu machen und Arbeitsplätze zu sichern, sagte der Metro-Sprecher. Die Kölner Warenhaustochter Kaufhof zählt nicht mehr zum Kerngeschäft des Düsseldorfer Konzerns. Metro hatte den Verkaufsprozess für Kaufhof 2008 angesichts der Finanzmarktkrise jedoch gar nicht erst begonnen.Verdi befürchtet JobabbauDie Warenhauskette Karstadt gehört zum Essener Konzern Arcandor, der in finanzielle Not geraten ist. Arcandor braucht dringend Geld und muss bis Mitte Juni Gespräche mit seinen Gläubigerbanken um die Verlängerung von Krediten unter Dach und Fach bringen. Allein in diesem Jahr muss der Handels- und Touristikkonzern 960 Millionen Euro refinanzieren. In dieser Woche will das Unternehmen über seine Banken nun beim Staat eine Bürgschaft über 650 Millionen Euro beantragen und außerdem die Kreditanstalt für Wiederaufbau um ein Darlehen ersuchen. Metro-Chef Eckhard Cordes hatte schon mehrfach öffentlich Bedenken gegen Staatshilfen für Arcandor geäußert. Staatliche Eingriffe bei einem Wettbewerber würden die Metro benachteiligen. Die Warenhaustochter Kaufhof sei mit harter Arbeit profitabel fortentwickelt worden.Unmittelbar nach dem Metro-Vorstoß zu einer großen Warenhausehe Karstadt-Kaufhof wurden Befürchtungen über einen Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen laut. Die Gewerkschaft verdi hat die Sorge, dass es zu solchen Einschnitten kommen könnte. Deshalb forderte sie den Metro-Vorstand auf, ein Konzept mit Details vorzulegen. Bislang sei noch völlig unklar, welche Pläne die Metro bei einem möglichen Zusammenschluss verfolge, sagte eine verdi-Sprecherin in Berlin. Ohne ein seriöses Konzept sehe es aber so aus, als wolle sich jemand die "Rosinen herauspicken". ddp.djn/dpa/mic