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| 01:40 Uhr

Merkel und Sarkozy gegen Euro-Staatsanleihen

Freiburg. Das Thema gemeinsame Euro-Anleihen spaltet Europa. Angela Merkel und Nicolas Sarkozy sagten bei ihrem Freiburger Treffen, dass jedes Land für seine eigenen Schulden geradestehen muss.

Deutschland und Frankreich stemmen sich Seite an Seite gegen gemeinsame Staatsanleihen der Euro-Länder. Sie wollen stattdessen die Wirtschaftspolitik der EU enger verzahnen - dies vereinbarten die Bundeskanzlerin und Frankreichs Staatschef am gestrigen Freitag. “Wir stehen vor einer schwierigen Krise„, sagte Sarkozy. Paris und Berlin zweifelten nicht am Euro. Eine Alternative zur Einheitswährung gebe es nicht. “Wir stehen voll und ganz hinter dem Euro. Und wir werden alles dafür tun, den Euro zu verteidigen.„

Der französische Präsident und Merkel wiesen die Kritik des Chefs der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, an Deutschland zurück. Er hatte Merkel “simples Denken„ und “uneuropäisches Verhalten„ vorgeworfen, nachdem sie seine Idee gemeinsamer Euro-Bonds abgelehnt hatte. “Ich sehe nicht, inwieweit Deutschland egoistisch sein könnte„, sagte Sarkozy dazu. “Schließlich ist Deutschland der größte Beitragszahler in der EU.„

Merkel sagte zu der Forderung auch kleiner Länder nach Euro-Bonds: “Es darf keine Vergemeinschaftung der Risiken geben.„ Sie beschwor den Gemeinschaftsgeist in der EU: “Es ist ein Geist, der uns alle eint ( . . . ). Scheitert der Euro, scheitert Europa.„ dpa/bl

Zum Thema:

Nach dem Modell des Chefs der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, soll eine noch zu gründende europäische Schuldenagentur Anleihen begeben, für die dann alle Euroländer gemeinsam haften - die Euro-Bonds. Hoch verschuldete Krisenländer sollen so am Rentenmarkt zu vergleichsweise günstigen Konditionen Kredite aufnehmen können. Die Euro-Bonds sollen laut Juncker nationale Staatsanleihen ergänzen, aber nicht ersetzen.