Es gebe keine weiteren Interessenten. Gewerkschaft und Betriebsrat fürchten, dass der Betrieb jetzt stillgelegt wird. In einem Brief an Insolvenzverwalter Werner Schneider fordern sie, dass die Investorensuche fortgesetzt wird. Vom Insolvenzverwalter war zunächst noch keine Stellungnahme zu erhalten.

Kademann fürchtet das Schlimmste. Er verweist auf einen Beschluss des Gläubigerausschusses. "Dieser besagt, dass die Stilllegung eingeleitet wird, wenn die Gespräche mit dem Investor scheitern." In dem Brief nun wird der Insolvenzverwalter aufgefordert, mit den Gläubigern zu verhandeln, um den Beschluss aufzuheben und mithilfe der Arbeitsagentur Plauen in Kurzarbeit zu gehen. So müsse die Zeit gewonnen werden, um weiter nach Investoren suchen zu können.

Für das ehemalige Manroland-Werke, das in der Region mehr als Plamag bekannt ist, schien im zu Ende gehenden Jahr schon mehrfach ein rettender Investor zum Greifen nah. Im Mai etwa war die Übernahme durch den Zulieferer MN Maschinenbau Niederwürschnitz und den Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking kurz vor Vertragsunterzeichnung geplatzt. Zuvor war schon im März der Allgäuer Autozulieferer Berger als Interessent abgesprungen, der sich den Betrieb ursprünglich mit der Lübecker Possehl-Gruppe teilen wollte.

M anroland hatte Ende November 2011 Insolvenz angemeldet. Für zwei andere ehemalige Standorte des Unternehmens wurden neue Eigentümer gefunden. Die Plamag hatte hingegen im Februar unter Federführung Schneiders mit etwa der Hälfte der ehemals 700 Mitarbeiter den Neustart gewagt und sich vor allem mit Lieferverträgen für die beiden anderen Ex-Manrolandbetriebe über Wasser gehalten .