Für das ehemalige Manroland-Werk in Plauen im Vogtland ist Schluss. Der Betrieb müsse bedauerlicherweise geschlossen werden, teilte Insolvenzverwalter Werner Schneider am Mittwoch mit. Obwohl bei den Verhandlungen mit Interessenten viele Zugeständnisse gemacht wurden, seien die Übernahmegespräche gescheitert.

Grund dafür sei die schwache Auslastung des Werkes und die schlechter werdende Konjunktur vor allem in der Druckindustrie. Noch vorhandene Aufträge würden abgewickelt und das Betriebsgelände in einen Gewerbepark umgewandelt, so Schneider. Für die verbliebenen Mitarbeiter - nach Angaben des Insolvenzverwalters sind es noch 250 - soll eine Beschäftigungsgesellschaft mit einer Laufzeit von sechs Monaten eingerichtet werden.

Der Insolvenzverwalter informierte die Belegschaft bei einer Betriebsversammlung. Schon zuvor hatten die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat in einem Offenen Brief Schneider aufgefordert, die Suche nach einem Investor fortzusetzen. "Darauf ist nicht eingegangen worden", sagte der Zwickauer IG-Metall-Bevollmächtigte Stefan Kademann. "Die Schließung ist schlimm für die ganze Region." Mit mehr als 700 Mitarbeitern vor der Manroland-Pleite Ende November 2011 war das Werk einer der größten Arbeitgeber der Region.

Der Landrat des Vogtlandkreises, Tassilo Lenk (CDU), zeigte sich erschüttert und äußerte in einer Mitteilung Zweifel, dass "alle Möglichkeiten ausgereizt sind und ausgereizt wurden". So hätten Insolvenzverwalter und Geschäftsleitung Gesprächsangebote des Landratsamtes ausgeschlagen.

Das Werk, das in der Region mehr als Plamag bekannt ist, wurde im Jahr 1881 als J. C. und H. Dietrich Stickereimaschinenfabrik gegründet. 1886 wurde dort die erste Druckmaschine entwickelt und gebaut, 1912 entstand in Plauen die erste Rollen-Offset-Maschine der Welt, damals konstruiert von Caspar Herrmann.

1946 wurde aus dem Werk die Plamag. In dem einstigen Vorzeigebetrieb der DDR waren zeitweise mehr als 2000 Menschen beschäftigt. Anfang der 1990er-Jahre hatte der Druckmaschinenhersteller Manroland den Traditionsbetrieb übernommen.

Für zwei andere ehemalige Standorte von Manroland waren nach der Insolvenz neue Eigentümer gefunden worden. Die Plamag hatte hingegen im Februar unter Federführung Schneiders mit etwa der Hälfte der ehemals 700 Mitarbeiter den Neustart gewagt und sich zunächst vor allem mit Lieferverträgen für die beiden anderen ehemaligen Manroland-Betriebe über Wasser gehalten.

Gleich mehrfach schien ein rettender Investor zum Greifen nah. Zunächst war es der Allgäuer Autozulieferer Berger, der sein Interesse an einer Übernahme des Werks bekundete, nachdem Manroland im November 2011 Insolvenz angemeldet hatte. Berger wollte sich den Betrieb mit der Lübecker Possehl-Gruppe teilen, die auch das Manroland-Werk in Augsburg übernommen hatte. Er sprang jedoch kurzfristig ab.

Wenige Wochen später platzte eine Übernahme durch den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Und vor wenigen Tagen sagte schließlich auch der österreichische Maschinenbauer Kostwein ab.