(AFP/roe) Der Flugzeugbauer Airbus hat den Eintritt in eine neue Ära eingeläutet. Am Mittwoch übernahm der Franzose Guillaume Faury offiziell den Chefposten vom Deutschen Tom Enders. Der Wechsel am Steuerknüppel erfolgte offiziell während der Hauptversammlung des deutsch-französischen Konzerns in Amsterdam.

„Wir werden mit Leidenschaft daran arbeiten, dass Airbus weiter wächst, erfolgreich und nachhaltig“, sagte Faury vor den Versammlungsteilnehmern. Verwaltungsratschef Denis Ranque bekräftigte, dass er seine Funktion im kommenden Jahr aufgibt. Ihm nachfolgen soll demnach der frühere Chef der Deutschen Telekom, René Obermann. Deutschland und Frankreich teilen die Führungspositionen bei Airbus traditionell untereinander auf.

Der gelernte Ingenieur Faury, bisher Nummer zwei im Konzern, steht vor einer Reihe großer Herausforderungen für den Flugzeugbauer. Die immer noch ungewisse Entwicklung des Brexit könnte die über Jahrzehnte gewachsenen Lieferketten in Europa beeinträchtigen. Außerdem drohte zuletzt US-Präsident Donald Trump den Europäern mit milliardenschweren Strafzöllen wegen ihrer Subventionen für Airbus. Hintergrund ist der seit Jahren schwelende Streit über Staatsbeihilfen für Airbus und den Konkurrenten Boeing.

Auf der anderen Seite sind die Auftragsbücher bei Airbus gut gefüllt: Derzeit gibt es Aufträge über 7350 Passagierflugzeuge – genug, um die Werke des Konzerns bei den gegenwärtigen Produktionsraten für ein knappes Jahrzehnt auszulasten.

Mitte Februar hatte der Konzern allerdings das Aus für den Airbus A380 angekündigt, der einst als Erfolgsgeschichte und Lösung für chronisch überlastete Flughäfen galt. Wegen fehlender Nachfrage wird die Produktion des größten Passagierflugzeugs der Welt eingestellt.

Der Familienvater und passionierte Amateurpilot Faury blickt auf eine typische Managerkarriere zurück: Er studierte Ingenieurwissenschaften an der Pariser Elitehochschule École Polytechnique und Luftfahrttechnik in Toulouse.