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| 18:00 Uhr

LR-Umfrage zu Steuern und Sparen
So würden die LR-Leser Steuerpolitik machen

Cottbus. Wenn die LR-Leser über Steuern selber entscheiden könnten, würde es aus der Sicht vieler Umfrage-Teilnehmer gerechter zugehen: Reichensteuer finden sie gut. Aber auch Raucher und Alkoholkäufer müssten beim Einkauf mehr Geld ans Finanzamt abführen. Von Oliver Haustein-Teßmer

Wenn die LR-Leser selbst über Steuern zu entscheiden hätten, würden die meisten sogar bestimmte Steuern erhöhen. Ganz gegen jegliche Steuererhöhung ist nur eine Minderheit: Auf diese Antwort entfallen in einer nicht repräsentativen LR-Umfrage unter 491 Teilnehmern des LR-Umfragecenters entfallen fünf Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Umfrage lief vom 10. März bis zum 14. März 2018.

30 Prozent der Stimmen (es waren bis zu drei Nennungen möglich), das sind relativ die meisten, entfallen allerdings auf die Option, eine Reichensteuer einzuführen. Und weitere 28 Prozent der Stimmen entfallen auf die Option höhere Tabaksteuer; 20 Prozent auf mehr Steuern auf Alkohol. Immerhin zehn Prozent der Stimmen gelten den Hundebesitzern, die mehr Steuern für ihre Haustiere bezahlen sollen.

Steuergerechtigkeit ist also offensichtlich für viele LR-Leser ein Thema. Dies machen manche auch in ihren Meinungsäußerungen am Ende der Umfrage deutlich. „Man kann so vieles von der Steuer absetzen, aber wenn man wenig Einkommen hat, und keine Steuern bezahlen muss, ist man immer im Nachteil. Um solche Leute kümmert sich der Staat nicht“, schreibt ein Rentner. Ein anderer fordert, dass Kleinanleger und Geringverdiener steuerlich besser gestellt werden sollen.

Umfrage-Teilnehmer gegen Abschaffung des Diesel-Steuerprivilegs

Wenn die Steuerideen vom Staat kommen, äußern sich viele Umfrage-Teilnehmer skeptisch. Die Idee des Bundesrechnungshofs, das Steuerprivileg auf Diesel abzuschaffen, lehnt eine Mehrheit von 44 Prozent der Befragten ab: Sie klickten auf die Antwortmöglichkeit „Schwachsinn und Geldmacherei – dafür zahlen die Dieselautofahrer ja mehr Kfz-Steuer“. 32 Prozent finden die Idee gut; mehr als ein Fünftel sagt: „Ist mir egal.“

Manche machten bei dieser Frage auch ihrem Unmut Luft. „VW und andere Autohersteller sollten endlich zur Kasse gebeten werden!“, schreibt ein Umfrage-Teilnehmer in seinem Kommentar.

Viele Lausitzer vertrauen immer noch aufs Sparbuch

Die meisten der befragten LR-Leser legen Geld auf die hohe Kante: am häufigsten wird das vergleichsweise niedrig verzinste Sparbuch genannt (21 Prozent der Stimmen bei maximal drei Antwortmöglichkeiten). Dann folgen Festgeld und Fondssparen (je 19 Prozent) sowie Aktien (elf Prozent). Immerhin acht Prozent der Stimmen nennen Immobilien als Geldanlage-Form, fünf Prozent der Stimmen sogar den Sparstrumpf.

„Gar nicht“ sparen 99 der Befragten, das ist gut ein Fünftel, gemessen an der Gesamtzahl der 491 Umfrage-Teilnehmer. Begründung dafür in den Kommentaren: „So viel Rente bekomme ich nicht, dass ich Geld anlegen könnte.“ Ein anderer schreibt, dass er mit seinem am Monatsende übrig gebliebenen Geld Kind und Enkel unterstütze.

Dafür sparen die Lausitzer: Urlaub, Auto, eigenes Haus

Auf die Frage, ob sie gerade für etwas Besonderes sparen würden, sagen 39 Prozent der Befragten glatt: nein. Von der Mehrheit der Sparer nennen die meisten den nächsten Urlaub als Spargrund (28 Prozent der Stimmen, mehrere Antworten waren möglich); andere sparen fürs Auto (elf Prozent) ein Haus oder eine Eigentumswohnung (acht Prozent), für Computer, Kleidung, Handy oder Studium und Ausbildung.

Manche, die sonstige Gründe zum Sparen angegeben haben, zeigen sich bescheiden. Einer spart für „ein Paar neuer Schuhe und eine normale Hose“. Andere legen Geld für ein Fahrrad, eine Drohne, die Jugendweihe oder Zahn-Implantate zurück.

So kontrollieren die Lausitzer ihre Finanzen

Um überhaupt sparen zu können, muss man seine Ausgaben im Griff haben. Die anteilig meisten der Befragten (39 Prozent der Stimmen, mehrere Antworten waren auch hier möglich) verlassen sich dabei einzig und allein auf ihr Gedächtnis. Sie klickten auf: „habe im Kopf, was ich ungefähr ausgebe“.

Andere (14 Prozent) machen sich eine Excel-Tabelle am Computer und listen ihre Ausgaben auf oder führen wie früher ein Haushaltsbuch (13 Prozent). Gut ein Sechstel aller Befragten achten nach eigenen Angaben allerdings gar nicht weiter auf ihre Ausgaben. "Meistens haut es hin", antworten meisten dieser Umfrage-Teilnehmer.

Altersvorsorge: Viele LR-Leser sparen zusätzlich für die Rente

Inzwischen sorgen viele Arbeitnehmer in der Lausitz auch privat für die Rente vor. Laut LR-Umfrage geben zwar 42 Prozent (gemessen an 491 Befragten) an, lediglich in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen. Aber mehr Stimmen entfallen auf zusätzliche Vorsorgemaßnahmen: an erster Stelle steht demnach eine betriebliche Altersvorsorge (29 Prozent der Stimmen, mehrere Antworten möglich), gefolgt von Riesterrente und privaten Rentenverträgen (je 13 Prozent) und Aktien (sieben Prozent). Zehn Prozent der Umfrageteilnehmer sind nach eigenen Angaben übrigens bereits Rentner und sorgen demnach nicht mehr vor.